Private Pkw-Nutzung - Vergleich lohnt sich!

Umsatzsteuer

Die Besteuerung der privaten Pkw-Nutzung von Unternehmern hat die Finanzverwaltung mit BMF-Schreiben vom 05.06.2014 an die jüngere Rechtsprechung angepasst und die bisherige Verwaltungsanweisung in Abschn. 15.23 Abs. 5 UStAE aktualisiert.

Wesentliche Neuerung ist die Möglichkeit der Schätzung in den Fällen, in denen ein Fahrtenbuch vom Finanzamt nicht als ordnungsgemäß anerkannt wurde. Sind zumindest die unternehmerischen Fahrten mit Entfernung und Fahrtziel sowie die Gesamtkilometer ersichtlich, kann auf dieser Grundlage eine Schätzung des Privatanteils erfolgen. Dies ist oftmals günstiger als der in diesen Fällen von der Finanzverwaltung bisher durchgeführte Rückgriff auf die 1 %-Methode.

In Abhängigkeit vom Umfang der betrieblichen Nutzung ergeben sich nach Ansicht der Finanzverwaltung somit verschiedene Möglichkeiten für die umsatzsteuerliche Ermittlung des Privatanteils. Unter „betrieblicher Nutzung“ ist in diesem Zusammenhang die ertragsteuerliche Nutzung zu verstehen.

Bei einer Nutzung von nicht mehr als 50 % ist eine Ermittlung lediglich mittels Fahrtenbuch oder im Wege der Schätzung möglich.

Bei einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50 % kann der Privatanteil hingegen auch nach der 1 %-Regelung ermittelt werden, wenn diese auch für ertragsteuerliche Zwecke angewendet wird. Dabei ist ein pauschaler Abschlag von 20 % für nicht mit Vorsteuer belastete Kosten vorzunehmen. Der so ermittelte Wert ist der für die Umsatzsteuer maßgebliche Nettowert

Alternativ können die auf die private Nutzung entfallenden tatsächlichen Kosten ermittelt und der Besteuerung unterworfen werden. Voraussetzung ist das Vorliegen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs.

Die Schätzung des privaten Nutzungsanteil stellt eine weitere Möglichkeit zur Ermittlung des Privatanteils dar. Hierfür sind geeignete Unterlagen heranzuziehen. Nach Auffassung des BMF handelt es sich bei Aufzeichnungen über einen repräsentativen Zeitraum, aus denen sich die unternehmerischen Fahrten mit Fahrtziel und gefahrenen Kilometern sowie die Gesamtkilometer ergeben, um geeignete Unterlagen. Als repräsentativer Zeitraum dürfte ein Zeitraum von mindestens 3 Monaten gelten, in dem keine unübliche Nutzung des Fahrzeugs erfolgt ist. Ohne geeignete Unterlagen, so die Verwaltungsauffassung, ist der private Nutzungsanteil auf mindestens 50 % zu schätzen.

Abweichend von den ertragsteuerlichen Regelungen ist eine Kürzung für Mehrkosten für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge umsatzsteuerlich bei sämtlichen Alternativen nicht möglich.

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 05.06.2014 IV D 2 - S 7300/07/10002:001, Abschn. 15.23 Abs. 5 UStAE

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