Pkw-Nutzung 75:25 (privat : betrieblich)

Haas - Steuernachrichten

Privatnutzung des Pkw als eingelegter Nutzungsaufwand.

Gewillkürtes Betriebsvermögen gibt es auch bei einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG.

Nutzt also ein Unternehmer seinen Pkw zu 75 % privat, kann er ihn trotzdem seinem Betriebsvermögen zuordnen.

Nachteil:

Die private Nutzung ist zwingend nach dem Teilwert zu ermitteln (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 EStG). Bei einer Veräußerung ist der Verkaufserlös zu 100 % zu erfassen.

Gestaltungsmöglichkeit:

Um dem möglichen Nachteil der Versteuerung der stillen Reserven zu entgehen, wäre eine Zuordnung zum Privatvermögen mit gleichzeitiger Einlage eines Nutzungsaufwands (siehe hierzu ESt-Kommentar Schmidt, zu § 4, Rz. 303 - 307) möglich. Der BFH hat in einem Beschluss des Großen Senat (GrS 2/86, BStBl 37. Auflage 1988 II S. 348) zum Begriff der Einlage Stellung genommen. Danach sind nicht nur Wirtschaftsgüter einlagefähig. Die Rechtsprechung hat schon immer die auf die betriebliche Nutzung von eigenem betriebsfremden Vermögen entfallenden Aufwendungen als Betriebsausgaben behandelt. Da betriebsfremdes Vermögen nicht in den Vermögensvergleich einbezogen wird, lassen sich diese Aufwendungen innerhalb des Bestandsvergleichs nach § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG nur berücksichtigen, wenn hierfür eine Einlage abgesetzt wird (siehe GrS 2/86 unter C 1 b)/bb)).

Die betriebliche Nutzung eines Privat-Pkw kann Gegenstand einer Einlage sein (Nutzungseinlage). Dabei werden die betrieblich veranlassten Aufwendungen, einschließlich der AfA, in das Betriebsvermögen eingelegt. Die betrieblich veranlassten Aufwendungen müssen dokumentiert werden (z. B. mit einem Fahrtenbuch).

Bei einer späteren Veräußerung des Pkw unterbleibt eine Besteuerung der stillen Reserven mangels eingelegtem Wirtschaftsgut in das Betriebsvermögen.

Fundstelle
Urteil des Sächsischen FG, 04.05.2017, 5 K 1362/15, Revision eingelegt, Az. des BFH VIII R 9/18, EFG 2018 S. 1348

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