Pauschbeträge für Reisekosten bei Auslandsdienstreisen ab dem 01.01.2016

Einkommensteuer

Ab 01.01.2016 gelten neue Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtung bei beruflich und betrieblich veranlassten Auslandsdienstreisen. Die Übernachtungskostenpauschale gilt ausschließlich für Arbeitgebererstattungen. Ein Werbungskostenabzug ist nur für tatsächliche Kosten möglich.

Die Finanzverwaltung hat mit Schreiben vom 09.12.2015 die ab dem 01.01.2016 geltenden Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen bekannt gemacht.

Handelt es sich um eine eintägige Dienstreise ins Ausland, ist der Pauschbetrag maßgebend, der für den letzten Tätigkeitsort im Ausland gilt. Liegen mehrtägige Dienstreisen in verschiedenen Staaten vor, dann ist für die Ermittlung der Pauschbeträge für den An- und Abreisetag und für die Zwischentage (Abwesenheit an diesen Tagen 24 Stunden) folgendes zu beachten:

  • Wird die Anreise vom Inland ins Ausland oder vom Ausland ins Inland, ohne tätig zu werden, durchgeführt, dann gilt der Pauschbetrag des Ortes, der vor  24 Uhr (Ortszeit) erreicht wurde.
  • Wird die Abreise vom Ausland ins Inland oder vom Inland ins Ausland durchgeführt, dann gilt der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsortes.
  • Für die Tage zwischen An- und Abreise ist jeweils der Pauschbetrag des Ortes maßgebend, welcher vor 24 Uhr (Ortszeit) erreicht wurde.

Wird eine weitere Dienstreise (ein- oder mehrtätig) am Tag der Rückreise von einer mehrtätigen Dienstreise zur Wohnung oder ersten Tätigkeitsstätte durchgeführt, dann gilt für diesen Tag der höhere Pauschbetrag für Verpflegung.

Die Pauschbeträge sind zu kürzen, wenn Mahlzeiten durch den Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung durch Dritte gestellt werden. Die Pauschbeträge sind tagesbezogen zu kürzen (§ 9 Abs. 4a Satz 8 ff. EStG). Maßgebend ist jeweils die Pauschale für eine 24-stündige Abwesenheit am jeweiligen Reisetag. Es spielt keine Rolle, in welchem Land die Gestellung der Mahlzeit erfolgte.

Beispiel
Der Architekt A kehrt am Mittwoch von einer mehrtätigen Dienstreise in Straßburg zu seiner Wohnung zurück. Er packt seine Unterlagen und neue Kleidung ein und reist am gleichen Tag weiter für mehrere Tage nach Kopenhagen. Er erreicht Kopenhagen um 23 Uhr. Sein Arbeitgeber hat bereits im Voraus die Übernachtungen mit Frühstück gebucht und bezahlt.

Für Mittwoch gilt der höhere Pauschbetrag von 40 EUR (Rückreisetag von Straßburg: 32 EUR, Anreisetag Kopenhagen: 40 EUR). Mit der Übernachtung in Straßburg wurde auch Frühstück gestellt, daher ist der Pauschbetrag um 12 EUR (20 % von der Verpflegungspauschale Kopenhagen für einen vollen Kalendertag: 60 EUR) zu kürzen. Somit sind 28 EUR zu berücksichtigen.

Für Länder, die in der Bekanntmachung nicht erfasst sind, gilt der Pauschbetrag für Luxemburg. Sind Übersee- und Außengebiete von einem Land nicht erfasst, dann gilt der Pauschbetrag für das Mutterland.

Die Übernachtungskostenpauschalen sind nur in den Fällen anzuwenden, in denen Erstattungen vom Arbeitgeber erfolgen (R 9.7 Abs. 3 LStR). Als Werbungskosten und Betriebsausgaben können nur die tatsächlichen Übernachtungskosten abgezogen werden (R 9.7 Abs. 2 LStR und R 4.12 Abs. 2 und 3 EStR).

Die Regelungen zu den Auslandsdienstreisen sind für im Ausland unterhaltene doppelte Haushaltsführungen entsprechend anzuwenden (R 9.11 Abs. 10 Satz 1, Satz 7 Nr. 3 LStR).  

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 09.12.2015 IV C 5 - S 2353/08/10006:006

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