Ort der sonstigen Leistungen bei Grundstücken

Haas - Steuernachrichten

Der UStAE wurde im Hinblick auf den Leistungsort für grundstücksbezogene Leistungen geändert. Voraussetzung ist, dass die Leistung in engem Zusammenhang mit einem ausdrücklich bestimmten Grundstück erbracht wird. Von Bedeutung z.B. bei Ingenieur- oder Planungsleistungen.

Eine sonstige Leistung im Zusammenhang mit einem Grundstück wird grundsätzlich dort ausgeführt, wo das Grundstück liegt.

Die Finanzverwaltung hat jetzt den UStAE im Hinblick auf den Leistungsort für grundstücksbezogene Leistungen geändert.

Der Belegenheitsort ist für Ingenieur- oder Planungsleistungen nur dann maßgeblich, wenn der Standort des Grundstücks im Zeitpunkt der Leistungserbringung bereits feststeht.

In den Leistungskatalog für grundstücksbezogene Leistungen des Abschn. 3a.3 Abs. 9 UStAE wird die Überlassung von Personal, insbesondere bei der Einschaltung von Subunternehmern für den Fall aufgenommen, dass gleichzeitig eine bestimmte Leistung oder ein bestimmter Erfolg des überlassenen Personals im Zusammenhang mit einem Grundstück geschuldet wird.

Die in die grundstücksbezogenen Leistungen aufgenommene Verwaltung von Grundstücken und Grundstücksteilen wird wie folgt erläutert: 

  • Beispielhaft werden Mietzinsverwaltung, Buchhaltung und Verwaltung der laufenden Ausgaben genannt, jedoch ausdrücklich Portfolioverwaltungen im Zusammenhang mit Eigentumsanteilen an Grundstücken ausgenommen. 
  • Klargestellt wird, dass die Wartung und Überwachung von Maschinen und Ausrüstungsgegenständen, die Grundstücksbestandteile sind, Leistungen umfasst, die nicht vollständig vor Ort erbracht werden, z.B. Fälle der Fernwartung, sofern der Schwerpunkt der Wartungsdienstleistung vor Ort erbracht wird. 
  • Zur Einbeziehung von sonstigen Leistungen bei Messen, Ausstellungen und Kongressen wird in Abschn. 3a.4 UStAE klargestellt, dass die Überlassung von Flächen in einem Hotel (Konferenz-, Seminar- oder Tagungsräume) einschl. Konferenztechnik in den Sonderleistungsort eingeschlossen ist. 

Ergänzt wurde auch Abschn. 3a.9 UStAE zum Leistungskatalog des § 3a Abs. 4 Satz 2 Nr. 1 bis 10 UStG um Ausführungen zur Personalgestellung. 

Der Begriff der Personalgestellung in diesem Sinne wird erläutert und klargestellt, dass keine Personalgestellung vorliegt, wenn der leistende Unternehmer (nicht der Leistungsempfänger) den Eintritt eines bestimmten Erfolgs und Ergebnisses schuldet.

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 10.02.2017 III C 3 - S7117-a/16/10001

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