Online-Banking: Ausgleich nach Phishing-Attacke

Seine laufenden Geldgeschäfte im Internet zu erledigen ist nicht nur praktisch, sondern auch äußerst Zeit sparend. Ein paar Klicks, eine Autorisierung zum Beispiel per SMS und schon ist die Überweisung abgehakt. Allerdings gibt es immer wieder Berichte davon, wie andere Opfer von Betrügereien beim Online-Banking geworden sind. Das gilt es natürlich zu vermeiden. Passiert es aber doch, bekommen Sie einen Ausgleich von Ihrer Bank.

Kommt es im Online-Banking zu nicht autorisierten Zahlungsvorgängen, so ist Ihre Bank Ihnen zum Ausgleich verpflichtet, § 675u BGB. Solange man die gebotene Sorgfalt wahrt, kann man also relativ entspannt sein, was den Missbrauch des Online-Banking-Accounts angeht. Ein aktuelles Urteil gibt einem noch ein wenig mehr Ruhe: Dass der Zahlungsvorgang doch autorisiert war, das muss die Bank beweisen. Im Fall kam es beim Kläger zu mehreren Phishing-Attacken in nur kurzer Zeit und die Bank verweigerte die Ausgleichszahlung. Der Grund: Der Bankkunde habe mit der Nutzung von unsicheren Apps auf dem Mobiltelefon grob fahrlässig gehandelt. Das sah das Gericht nicht so und sprach ihm Schadenersatz von der Bank zu. Auch wenn die Zahlung unter  Verwendung der dem Kläger zur Verfügung gestellten Benutzernamen, PIN und TAN erfolgte, ist das noch kein Beweis für eine Autorisierung.

Fundstelle
Landgericht Oldenburg, Urteil vom 15.01.2016 8 O 1454/15

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