Neue Verwaltungsanweisung zum Abzug von Schuldzinsen für Renovierungskosten

Einkommensteuer

Können die jährlichen Schuldzinsen auch in den Jahren nach dem Verkauf als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgesetzt werden?

Beispiel
Vermieter V hat im Jahr 2010 ein Mietobjekt umfangreich renoviert. Die dabei entstandenen, sofort abziehbaren Erhaltungsaufwendungen hat V über ein Darlehen finanziert, für welches jährlich Schuldzinsen zu zahlen sind. 

V verkauft das Mietobjekt mit Vertrag vom 31.12.2013. Der erzielte Verkaufserlös hätte für die Tilgung des Darlehens ausgereicht. A verwendet ihn jedoch nicht für die Tilgung, sondern für Ausgaben im Privatbereich. Schuldzinsen für das Darlehen muss V somit weiterhin zahlen. 

Lösung
V kann - unabhängig davon, ob der Veräußerungserlös zur Tilgung des Darlehens verwendet wird - die jährlichen Schuldzinsen auch in den Jahren nach dem Verkauf als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen. 

Abwandlung
Das Mietobjekt wird mit Vertrag vom 01.01.2014 verkauft. 

Lösung
Für Veräußerungen mit Vertragsabschluss nach dem 31.12.2013 gilt das neue BMF-Schreiben vom 15.01.2014 (IV C 1 - S 2211/11/10001:001). Schuldzinsen für fremdfinanzierte Erhaltungsaufwendungen sind demnach nur noch insoweit als nachträgliche Werbungskosten zu berücksichtigen, wie der erzielte Veräußerungserlös nicht zur Darlehenstilgung ausgereicht hat bzw. hätte. Nach der nun geltenden Verwaltungsauffassung kann V die in den Folgejahren zu zahlenden Zinsen daher nicht mehr als Werbungskosten absetzen.

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