Nachweis Gaststätten- Bewirtunskosten

Einkommensteuer

Der Abzug von Bewirtungskosten in einer Gaststätte nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG erfordert eine vollständige „Rechnung“ i.S.d. § 14 Abs. 4 UStG, die den Namen des Leistungsempfängers als bewirtende Person erkennen lässt, wenn die Bewirtungskosten den Gesamtbetrag von 150 EUR übersteigen. Der Nachweis der Rechnung kann weder durch ergänzende Angaben i.S.d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG noch durch Eigenbelege ergänzt werden.

Auch Kreditkartenabrechnungen können die Rechnung der Gaststätte nicht ersetzen, da damit nur die Begleichung der Bewirtung, aber nicht die betriebliche Veranlassung durch die bewirtende Person nachgewiesen wird. 

Lt. Urteil des BFH kann ein Eigenbeleg gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG bei einer Bewirtung in einer Gaststätte die Rechnung des Gastwirts nicht ersetzen, da § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG als lex spezialis anzusehen ist, die ein erweiterndes Erfordernis aufstellt. Für den Bewirtungskostenabzug in Höhe von 70 % der Aufwendungen ist daher bei Bewirtungen in einer Gaststätte eine förmliche Rechnung mit den Angaben der bewirtenden Person (Leistungsempfänger lt. Rechnung) materiell- rechtliche Voraussetzung, wenn die Grenze von 150 EUR Gesamtbetrag überschritten ist. Der Anlass der Bewirtung und die Teilnehmer der Bewirtung sind zusätzliche notwendige Angaben. 

Mit dem Urteil bestätigt der BFH die Anforderungen lt. BMF- Schreiben vom 21.11.1994, Az.: IV B 2 – S 2145 -165/94, BStBl. 1994 I S. 855 zur Vorlagepflicht einer förmlichen Rechnung, die an die bewirtende Person adressiert ist. Der Gaststättenrechnung kommt als Fremdbeleg eine erhöhte Nachweisfunktion zu, die den Finanzämtern die Prüfung der Höhe und der betrieblichen Veranlassung von Bewirtungsaufwendungen erleichtern soll. 

Für die Praxis bedeutet dieses Urteil
Der Kassenbeleg des Gastwirts ohne die Angabe der bewirtenden Person reicht bei Rechnungsbeträgen über 150 EUR nicht aus, einen Betriebsausgabenabzug für Bewirtungskosten zu begründen. Es ist regelmäßig um eine förmliche Rechnung mit Adressierung an die „bewirtende Person“ zu bitten. 

Fundstelle: BFH Urteil vom 18.04.2012, Az.: X R 57/09 

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