Nachweis des gemeinen Wertes durch Kaufpreis

Bewertungsgesetz und Erbschaftsteuer

Nach § 198 BewG obliegt dem Steuerpflichtigen die Möglichkeit einen niedrigen gemeinen Wert eines Grundstückes nachzuweisen.

Lösung

Dies kann durch:

  • ein Gutachten
  • einen gewöhnlichen im Geschäftsverkehr vereinbarten Kaufpreis erfolgen
    (vgl. R B § 198 ErbStR).

Ausnahme

Die Finanzverwaltung geht bei einem Nachweis durch Kaufpreis grds. von einer Zeitspanne von einem Jahr vor oder nach dem Bewertungsstichtag aus. In besonderen Fällen kann es auch länger sein, wenn die maßgeblichen Verhältnisse unverändert geblieben sind (vgl. auch BFH BStBl 2004 II 703). Der Bescheid wird ggf. nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO geändert. 

Problem

Grds. sieht § 198 BewG nur den Nachweis eines niedrigeren Wertes vor.
Nach Mannek (in Gürsching/Stenger, § 198 BewG Rdnr. 49,50) ist vor allem im Vergleichswertverfahren (Ein und Zweifamilienhäuser) auch ein einzelner Vergleichs(Kauf-)preis heranzuziehen, auch, wenn er höher ist. Eine Änderung des Bescheides könnte auch hier über § 173 AO erfolgen. Ähnlich auch OFD Münster, Kurzinfo Grundbesitzbewertung Nr. 004/2011 vom 14.12.2011, DB 2012, 716.

Dieser Artikel beantwortet folgende Frage:
Wie kann ein niedriger Wert eines Grundstücks juristisch einwandfrei nachgewiesen werden?

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