Nachweis der fast ausschließlich betrieblichen Nutzung eines Pkw

Haas - Steuernachrichten

Kann eine fast ausschließliche betriebliche Nutzung eines Pkws nur mit einem Fahrtenbuch nachgewiesen werden?

Im Rahmen einer Betriebsprüfung wurde bei einem Rechtsanwalt festgestellt, dass für einen Pkw, der auch privat genutzt wurde, keine Entnahme angesetzt worden ist. Der private Nutzungsanteil sei mangels Führung eines Fahrtenbuches nach der sog. 1 %-Methode zu berechnen. Weiterhin sollten für diesen Pkw und einen weiteren, zum Betriebsvermögen gehörenden Pkw der Investitionsabzugsbetrag (IAB) für die Jahre 2009 und 2013 sowie die Sonderabschreibung aus dem Jahr 2013 rückgängig gemacht werden, da für beide Fahrzeuge die 1 %-Regelung angewendet wurde, so der Prüfer.  

Dagegen wendete sich das Ehepaar mit einem Einspruch und der Begründung, dass der IAB unabhängig von der Frage zu gewähren sei, ob für die Privatnutzung die 1 %-Regelung anzuwenden sei. Sie verwiesen auf eine bereits beim Betriebsprüfer eingereichte tabellarische und mit einem Computerprogramm nach den Eintragungen im Terminkalender erstellte Auflistung der mit dem Fahrzeug durchgeführten betrieblichen Fahrten für die Monate Februar 2012 bis Februar 2013 und zwei Werkstattrechnungen für dieses Fahrzeug.

Ergebnis:

Für den Nachweis der ausschließlichen oder fast ausschließlichen betrieblichen Nutzung enthalten § 7g Abs. 4 Satz 1 und Abs. 6 Nr. 2 EStG keine Vorgaben. Bei einem Pkw kann der Umfang der betrieblichen Nutzung durch ein Fahrtenbuch nachgewiesen werden. Die mit einem Computerprogramm erstellte Auflistung der betrieblichen Fahrten erfüllt jedoch nicht die Anforderungen an ein ordnungsgemäßes, zeitnah und in geschlossener Form zu führendes Fahrtenbuch. Der BFH hat in einem früheren Urteil aufgeführt, dass es jeglicher Lebenserfahrung widerspräche, wenn ein Steuerpflichtiger die 1 %-Regelung für ein Fahrzeug in Anspruch nehme, das er ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich nutze (BFH-Urteil vom 03.01.2006, XI B 106/05).

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