Nachträglicher Schuldzinsenabzug bei Vermietung und Verpachtung

Einkommensteuer

Neues BMF-Schreiben zu Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten bei Vermietungseinkünften.

Mehrfach hatte der BFH in den letzten Jahren zu entscheiden, wann Schuldzinsen, bzw. Vorfälligkeitsentschädigungen nach Veräußerung einer vermieteten Immobilie als nachträgliche Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden können.

Das Bundesministerium für Finanzen hat sich mit Schreiben vom 27.07.2015 der geänderten Rechtsauffassung des BFH angeschlossen und ausgeführt, welche Grundsätze im Einzelnen nach Veräußerung der Immobilie ab welchem Stichtag gelten. Dabei wurde auf folgende Sachverhalte eingegangen:

•  Schuldzinsen für die Anschaffung/Herstellung des Vermietungsobjekts

⇒ Abzug zugelassen für Veräußerungen ab dem Stichtag 01.01.1999, wenn und soweit der    
    Veräußerungserlös zur Tilgung der Restschuld nicht ausreicht (Vorrang der Schuldentilgung)

•  Schuldzinsen für die Anschaffung/Herstellung nach Wegfall der Einkünfteerzielungsabsicht

⇒ kein Abzug als Werbungskosten möglich

•  Schuldzinsen für sofort abzugsfähige Werbungskosten

⇒ Stichtag ist der 31.12.2013

Bei Veräußerungen bis 31.12.2013 bleibt der Werbungskostenabzug erhalten, bei Veräußerungen ab dem 01.01.2014 gilt der Vorrang der Schuldentilgung.

•  Schuldzinsen für sofort abzugsfähige Werbungskosten nach Wegfall der Einkünfteerzielungsabsicht

⇒ Kein Abzug möglich

•  Vorfälligkeitsentschädigung für die Ablösung des Immobilienkredits

⇒ Kein Abzug bei den Einkünften aus Vermietung, jedoch Werbungskosten im Rahmen von § 23 EStG

•  Vorfälligkeitsentschädigung für die Ablösung der zur Instandhaltung aufgenommenen Finanzierung

⇒ ebenfalls kein Abzug mehr bei den Einkünften aus Vermietung, jedoch Werbungskosten im Rahmen
    von § 23 EStG

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 27.07.2015 IV C 1 - S 2211/11/10001

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