Mit dem Firmenwagen Steuern sparen?

Einkommensteuer

Stellt der Chef einen Dienstwagen und wird die private Nutzung nach der 1 %-Methode versteuert, ist fraglich, ob ein Arbeitnehmer Kosten für den Pkw als Betriebsausgaben bei dessen selbstständigen Einkünften in Abzug bringen kann.

Betriebsausgaben sind gem. § 4 Abs. 4 EStG sämtliche Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Nach ständiger BFH-Rechtsprechung handelt es sich um alle Wertabflüsse, die keine Entnahmen darstellen und vom Steuerpflichtigen selbst geleistet worden sind.

Im vorliegenden Fall war ein Steuerpflichtiger als angestellter Unternehmensberater tätig und übte dieselbe Tätigkeit zusätzlich auch selbstständig aus. Von seinem Arbeitgeber wurde ihm ein Firmenwagen ohne jegliche Einschränkungen zur Verfügung gestellt; dieser übernahm auch sämtliche Kosten für den Pkw. Lediglich den geldwerten Vorteil musste der Arbeitnehmer nach der 1 %-Regelung versteuern.

Im Rahmen seiner selbständigen Tätigkeit machte der Steuerpflichtige Betriebsausgaben für den Pkw geltend. Er teilte hierzu den geldwerten Vorteil im Verhältnis von privat zu (für seine Selbstständigkeit) betrieblich gefahrenen Kilometer auf. Finanzamt und Finanzgericht versagten den Betriebsausgabenabzug.

Der BFH schloss sich dieser Auffassung an und führte aus, dass die dem Kläger entstandene Lohnsteuer aus der Versteuerung des geldwerten Vorteils nicht aufgrund seiner Selbstständigkeit entstanden sei und folglich keine betriebliche Veranlassung mit seiner freiberuflichen Tätigkeit vorliegt.

Desweiteren führt die Firmenwagenüberlassung zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers ohne entsprechenden Wertabfluss.

Hätte der Steuerpflichtige ein Fahrtenbuch geführt, wäre der Betriebsausgabenabzug unter Umständen denkbar, sollte der Kläger geldwerte Vorteile sowohl für die private als auch für die selbstständige Tätigkeit versteuern. Hierüber hatte der BFH jedoch nicht zu entscheiden.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 16.07.2015 III R 33/14

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