Mietwagenfirma tauscht Benziner gegen Diesel ohne entsprechende Info - Schadensersatz wegen Fehlbetankung

Wer den Mietwagen mit dem falschen Kraftstoff betankt, obwohl auf dem Tankdeckel ein Hinweis auf die Kraftstoffart deutlich angebracht ist, handelt grob fahrlässig und ist der Mietwagenfirma zum Ersatz des entstehenden Schadens verpflichtet. Das gilt auch, wenn der Mietwagen erst ein Benziner war und während der Mietzeit von der Vermietungsfirma in einen Diesel umgetauscht wurde.

Die Beklagte hatte einen Benziner gemietet. Auf Wunsch der Mietwagenfirma wurde das Fahrzeug ausgetauscht. Sie erhielt ohne einen Hinweis nun ein Dieselfahrzeug. Der Beklagten wurde versichert, dass es sich um ein vergleichbares Fahrzeug handele, dass genauso zu fahren und zu bedienen sei wie der erste Wagen. Die Beklagte betankte das Auto fälschlicher Weise mit Benzin. Es entstand ein Schaden von über 1.000 EUR, den die Mietwagenfirma von der Kundin nun ersetzt verlangt.

Das Amtsgericht sprach der Vermietungsfirma den Ersatz zu. Wer ein Fahrzeug miete, habe immer die Sorgfaltspflicht zu erfüllen, nachzuforschen, mit welchem Kraftstoff das gemietete Kfz zu betanken ist. Dieser Pflicht kam die Fahrerin nicht nach und ist deshalb zum Ersatz verpflichtet. Mit dem Fahrzeugwechsel hätte sie sich neu informieren müssen.

Sowohl auf den Tankdeckel als auch auf dem Schraubverschluss befanden sich deutlich lesbar die  Hinweise, dass Diesel getankt werden müsse. Der Hinweis auf den Kraftstoff hätte sich damit der Beklagten deutlich aufdrängen müssen. Indem sie dennoch den falschen Kraftstoff tankte, handelte sie deshalb sogar grob fahrlässig.

Fundstelle
Amtsgericht München, Urteil vom 10.06.2015 113 C 27219/14

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