Luxussportwagen als Betriebsausgabe - Mit dem Ferrari zum Kuhstall

Ein selbstständig tätiger Tierarzt streitet mit dem Finanzamt über die Abziehbarkeit seiner Aufwendungen für einen Luxussportwagen.

Nun ist klar:
Kosten für betriebliche Fahrten mit einem Kraftfahrzeug, hier einem Luxussportwagen, sind selbst dann i.S.d. § 4 Abs. 4 EStG als Betriebskosten anzusehen, wenn die Aufwendungen unangemessen sind. 

Was als unangemessen i.S.v. § 4 Abs. 5 Nr.7 EStG anzusehen und somit nicht abziehbar ist, ist lt. BFH danach zu beurteilen, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen hätte.

Für die besonders hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für seinen Ferrari, bei dem es jedoch  gänzlich an der berufstypischen tierärztlichen Nutzung fehlte und der Wagen auch sonst nur äußerst selten für betriebliche Fahrten zu Fortbildungen genutzt wurde, ist dies wohl nicht der Fall. 

Somit können nur die Kosten für die betrieblichen Fahrten im angemessenen Umfang nach § 4 Abs. 5 Nr. 7 EStG Berücksichtigung finden. Dieser Wert kann unter Rückgriff auf durchschnittliche Fahrtkostenberechnungen für gleichwertige Wagen in Internetforen geschätzt werden.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 29.04.2014 VIII R 20/12

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