Kürzung der Handwerkerleistung um die Versicherungsentschädigung?

Einkommensteuer

Sichern sich Steuerpflichtige vor etwaigen Schäden durch eine Versicherungspolice ab, ist bei Anspruch auf Zahlung kein Abzug in der Einkommensteuer als haushaltsnahe Handwerkerleistung möglich.

Werden vom Steuerpflichtigen Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen bezogen, können nach § 35a Abs. 3 EStG auf Antrag 20 % der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch 1.200 EUR von der Einkommensteuer abgezogen werden. Materialkosten sind vom Abzug ausgeschlossen.

Im Streitfall hatte die Klägerin Aufwendungen für die Beseitigung eines Wasserschadens als haushaltsnahe Handwerkerleistung in ihrer Einkommensteuererklärung geltend gemacht. Der Schadensfall wurde jedoch von einer Haftpflichtversicherung übernommen, was sie dem Finanzamt erst auf dessen Nachfrage hin mitteilte. In der Folge wurden die Kosten nicht berücksichtigt. Das FG Münster folgte der Auffassung des Finanzamts.

Die Klägerin wurde aufgrund der Versicherungsleistung wirtschaftlich nicht belastet; daher kann ein Steuervorteil nicht gewährt werden. Selbst die gezahlten Versicherungsbeiträge stellen nach Ansicht des FG keine wirtschaftliche Belastung dar. Das Urteil ist rechtskräftig, da das FG die Revision nicht zugelassen hat.

Hinweis
Mit dieser Entscheidung bestätigt das FG Münster die im BMF-Schreiben vom 10.01.2014, Rz 41 enthaltene Regelung zu Aufwendungen für Handwerkerleistungen im Zusammenhang mit Versicherungsleistungen.    

Fundstelle
FG Münster, Urteil vom 06.04.2016 13 K 136/15 E

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