Krankheitskosten bei Unfall auf Weg zur ersten Tätigkeitsstätte

Haas - Steuernachrichten

Operationskosten, die durch einen Unfall auf dem Arbeitsweg entstanden sind, sind als Werbungskosten abziehbar.

Auf dem Weg zur Arbeit erlitt Armin Gips (AG) einen Verkehrsunfall. Hierdurch kam es zu schweren Verletzungen an Gesicht und Nase. Die Kosten für die fällige Operation wurden durch die gesetzliche Unfallversicherung i. H. d. geltenden Fallpauschalen übernommen. Die darüber hinaus gehenden Kosten von 2.400 EUR trug AG selbst. Diese Aufwendungen machte er in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt lehnte dieses ab. Der BFH entschied jetzt: Die Kosten sind als Werbungskosten abziehbar. 

Aufwendungen in Zusammenhang mit der Beseitigung oder Linderung von Körperschäden, die durch einen Unfall auf einer beruflich veranlassten Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eingetreten sind, können gem. § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG als Werbungskosten abgezogen werden. Sie werden von der Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale nicht erfasst. Diese erstreckt sich nur auf fahrzeug- und wegstreckenbezogene Aufwendungen. Auch wenn sich der Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ereignet hat, handelt es sich bei den Operationskosten nicht um Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die Aufwendungen sind weder fahrzeug- noch wegstreckenbezogen und werden daher nicht von der Abgeltungswirkung erfasst.

Fundstelle

BFH-Urteil, 19.12.2019, VI R 8/18

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