Krabbensalat im Handgepäck - bis in die Berufungsinstanz

Zivil-/Wirtschafts-/Berufsrecht

Die Regel mit den Flüssigkeiten im Handgepäck, das ist so eine Sache: Maximal 100 Milliliter Inhalt in durchsichtigem Beutel und der Beutel darf auch nur höchstens 1 Liter fassen. Das bestimmt eine auch in Deutschland geltende europäische Verordnung. Eine Mischung mit Feststoffen, wie zum Beispiel ein Krabbensalat, gehört auch dazu.

Wenn die Reisezeit wieder ihre Hochsaison feiert und die Urlauber die Ferienflieger stürmen, kommt alljährlich die Frage auf: Muss das in den Beutel?

Wie das mit kleinen Kosmetika und ähnlichen Utensilien läuft, ist uns längst klar. Auch, dass man die Wasserflasche nun wirklich nicht mehr durch die Kontrolle bringen kann, ohne als Schwerverbrecher zu erscheinen oder sich zumindest zu fühlen.

Nun die bedeutende Entscheidung: Auch ein Krabbensalat zählt zu den in Beutel zu verpackenden Dingen! Die Erklärung: Der Krabbensalat ist eine Mischung aus Flüssigkeit und Feststoff und unterliegt deshalb auch der Verordnung. 

Einem Reisenden verdarb das Verbot, den Krabbensalat und einen Mozzarella mit ins Handgepäck zu nehmen, der Art die Reiselust, dass er zur Klärung der Frage sogar die Berufungsinstanz anrief. Eine Revision wurde nicht zugelassen - zum Glück.

Fundstelle
Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 28.03.2017 OVG 6 B 70.15

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