Kostendeckelung aufgrund von hoher Leasingsondervorauszahlung bei Einnahmenüberschussrechner

Haas - Steuernachrichten

Ein Leasingvertrag mit einer Laufzeit von weniger als 5 Jahren und einer hohen Leasingsonderzahlung zu Beginn wird in der Praxis häufig als Steuersparmodell für Einnahmenüberschussrechner angepriesen.

Wird bei Vertragsabschluss eines Leasingvertrags mit einer Laufzeit von weniger als 5 Jahren eine hohe Leasingsonder(voraus)zahlung geleistet, stellt das bei einem Einnahmenüberschussrechner nach dem Abflussprinzip unstreitig im Jahr der Zahlung eine Betriebsausgabe in voller Höhe dar. Der Steuerpflichtige zahlt diese hohe Sonder(voraus)zahlung, um die zukünftigen Leasingraten zu mindern.

Grundsätzlich ist auch bei Leasingfahrzeugen natürlich die private Nutzung zu versteuern. Entweder in Form von Fahrtenbuch oder der 1 % - Methode. Dabei darf der Wert der Nutzungsentnahme nach Anwendung der 1 % - Methode nicht die tatsächlichen Aufwendungen des Steuerpflichtigen übersteigen (sog. Kostendeckelung). Im ersten Leasingjahr liegen aufgrund der hohen Sonder(voraus)zahlung sehr hohe Aufwendungen vor. Hier wird es sicherlich nicht zu einer Kostendeckelung kommen, allerdings sind die Kosten ab dem zweiten Jahr deutlich geringer, sodass es hier zu einer Kostendeckelung kommen kann.

Nach Abstimmung auf Bund-Länder-Ebene ist bei diesem Modell die Höhe der Kostendeckelung wie folgt zu ermitteln:

Es sind die Gesamtkosten des KFZ für den Nutzungszeitraum zu ermitteln. Aufwendungen, die für mehrere Jahre im Voraus geleistet werden, sind dabei periodengerecht auf die jeweiligen Nutzungszeiträume zu verteilen. Dem Steuersparmodell, um durch eine hohe einmalige Zahlung im Erstjahr den Privatentnahmewert in Folgejahren zu senken, wird so entgegengewirkt.

Praxishinweis:

Es ist fraglich, ob es für diese Handhabung der Finanzverwaltung eine Rechtsgrundlage gibt. Die Kostendeckelung basiert auf dem BMF-Schreiben vom 18.11.2009, IV C 6 - S 2177/07/10004, BStBl 2009 I S. 1326, Rz. 18 - 20. Das Schreiben zeigt deutlich, dass das BMF bisher nicht von einer Verteilung der Kosten ausging. Diese Konstellationen als Steuersparmodell aktiv zu gestalten, ist allerdings im Moment aufgrund der Unklarheiten nicht zu empfehlen.

Fundstelle
Fachinformation der FBeh Hamburg, 08.11.2018, S 2177 - 2018/001 -  52, DStR 2019, 1407

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