Kosten für häusliche Arbeitsecke nicht absetzbar

Einkommensteuer

Die Kosten für eine ins Wohnzimmer integrierte Arbeitsecke sind nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abziehbar. Das bestätigte der Bundesfinanzhof. Die Abtrennung durch ein Regal ist nicht ausreichend, um aus dem einheitlichen Raum zwei Räume zu machen.

Im Streitjahr 2006 erzielte der Kläger mit einem Reparaturbetrieb Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Er hatte ein Einfamilienhaus angemietet. Einen Teil des Hauses nutzte er als Gewerbefläche. Im anderen Teil wohnte er mit seiner Ehefrau und den zwei Kindern. In einem der gewerblich genutzten Räume erledigte er die Büroangelegenheiten seines Gewerbebetriebs. Ein Teil dieses Raumes war mit einem Schreibtisch und Büroregalen ausgestattet. In einem anderen Teil desselben Raumes standen durch ein Regal abgetrennt: ein Sofa, ein Couchtisch sowie ein Esstisch mit mehreren Stühlen und ein Fernseher.

Im Streitfall ging es ferner um einen im Betriebsvermögen befindlichen zweisitzigen VW-Transporter mit geschlossenem und fensterlosem Laderaum.

Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen für die sog. Arbeitsecke nicht an. Bei dem Transporter hat das Finanzamt eine Nutzungsentnahme nach der 1 %-Regelung angewandt. Die hiergegen gerichtete Klage hatte nur teilweise Erfolg.

Bereits mit Beschluss vom 27.07.2015 GrS 1/14, hat der BFH entschieden, dass Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich nicht anerkannt werden, wenn der Raum zu einem erheblichen Teil privat genutzt wird. Diese strenge Linie wurde nun auch im Streitfall beibehalten. Eine Berücksichtigung der Aufwendungen als Betriebsausgaben kommt nicht in Betracht, da der Kläger den Raum lediglich mit einer Arbeitsecke betrieblich und im Übrigen privat genutzt hat. Auch die Abtrennung durch ein Regal genügt nicht, um aus dem einheitlichen Raum zwei Räume zu machen.

Bezüglich der Nutzungsentnahme für den VW-Transporter führt der BFH aus, dass hier kein Vorteil aus einer privaten Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs nach der 1 %-Regelung anzusetzen ist. Gem. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ist die private Nutzung eines Kfz, das zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird, für jeden Kalendermonat mit 1 % des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zzgl. der Kosten für Sonderausstattung einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen, wenn nicht ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch vorliegt.

Maßgebend ist, ob das betreffende Fahrzeug aufgrund seiner objektiven Beschaffenheit und Einrichtung typischerweise im Wesentlichen zur Beförderung von Gütern bestimmt ist, da derartige Fahrzeuge allenfalls gelegentlich und ausnahmsweise auch für private Zwecke eingesetzt werden. Im Streitfall war das Fahrzeug des Klägers tatsächlich nicht zur privaten Nutzung bestimmt. Für ein Fahrzeug, das nicht geeignet ist, privat genutzt zu werden, kommt daher auch ohne Nachweis durch ein Fahrtenbuch ein Zuschlag nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG nicht in Betracht.  

Fundstelle
BFH-Urteil vom 17.02.2016 X R 32/11, veröffentlicht am 22.06.2016

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