Kosten für Fitness- und Gesundheitsclubs als außergewöhnliche Belastung

Haas - Steuernachrichten

Sind Kosten eines Fitnessstudios als Krankheitskosten abziehbar?

A machte in Ihrer Einkommensteuererklärung Kosten für die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio und Gesundheitsclub sowie dazugehörige Fahrtkosten als außergewöhnliche Belastungen geltend. Durch ein fachärztliches Attest konnte nachgewiesen werden, dass diverse Operationen an Hüfte und Knien durchgeführt wurden. Die Sporttherapie sei aus orthopädischer Sicht zum Erhalt ihrer Beweglichkeit erforderlich. Es handele sich nicht um Präventionstraining.

Das Finanzamt erkannte diese Aufwendungen nicht an, da es sich nicht um Heilbehandlungen nach § 33 EStG handele. Dem stimmte jetzt auch das Finanzgericht Köln zu. 

Außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG liegen vor, wenn einem Steuerpflichtigen zwangläufig dem Grunde, der Art und Höhe nach größere Aufwendungen entstehen. Bei typischen Krankheitskosten wird die Zwangsläufigkeit stets angenommen, da sich der Steuerpflichtige aus tatsächlichen Gründen den Kosten nicht entziehen kann. Hier bedarf es allerdings einer ärztlichen Verordnung. Bei den Aufwendungen für die Fitnessstudiobeiträge stellt sich die Frage, inwiefern überhaupt unmittelbare Krankheitskosten und nicht Kosten zur Vorbeugung oder zur allgemeinen Gesundheitsförderung vorliegen. Denn die Beiträge werden für die Gesamtheit der vom Fitnessstudio angebotenen Leistungen gezahlt. Die Leistungen werden ebenfalls durch gesunde Menschen in Anspruch genommen, um die Gesundheit zu fördern und die Freizeit zu gestalten. In der Folge sind die Aufwendungen grundsätzlich nach § 12 EStG als Kosten der Lebensführung nicht abzugsfähig.

Sowohl die Kosten für Mitgliedsbeiträge für das Fitnessstudio, als auch die Fahrtkosten sind somit nicht als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig.

Fundstelle

Urteil des FG Köln, 30.01.2019, 7 K 2297/17

zur Übersicht