Kosten für eine Geburtstagsfeier als Werbungskosten

Einkommensteuer

Nach Auffassung des FG Rheinland-Pfalz sind Kosten für eine Geburtstagsfeier als Werbungskosten abziehbar, wenn zu dieser Feier ausschließlich Arbeitskollegen eingeladen sind. Die Finanzämter erkennen die Kosten weiterhin bis zur Entscheidung durch den BFH nicht als Werbungskosten an.

Das FG Rheinland-Pfalz hatte zu urteilen, ob die Kosten für eine Geburtstagsfeier, zu der ausschließlich Arbeitskollegen eingeladen waren, als Werbungskosten abziehbar sind.

Im Beispielsfall hat der alleinige Geschäftsführer einer GmbH anlässlich seines 60. Geburtstags ca. 70 Personen eingeladen. Bei den eingeladenen Personen handelte es sich ausnahmslos um Arbeitskollegen sowie einige ehemalige Kollegen in Rente und Aufsichtsratsvorsitzende. Die Geburtstagsfeier fand in den Räumen des Unternehmens statt.

Der Geschäftsführer machte die Aufwendungen (in Höhe von 2.470 EUR) für die Geburtstagsfeier bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit als Bewirtungs- bzw. Werbungskosten geltend. Vom Finanzamt wurden die Aufwendungen nicht anerkannt.

Das FG Rheinland-Pfalz urteilte, dass die Bewirtungskosten anlässlich der Geburtstagsfeier als Werbungskosten abgezogen werden können, da eine berufliche Veranlassung gegeben ist. Der Geburtstag an sich ist zwar ein privates Ereignis, da aber nur Personen aus dem beruflichen Umfeld und nicht private Freunde oder Verwandte eingeladen waren, die Feier in den Räumen des Arbeitgebers sowie zum Teil auch während der Arbeitszeit durchgeführt wurde, kann eine berufliche Veranlassung angenommen werden. Des Weiteren liegt der Kostenaufwand (pro Person 35 EUR) unter dem Betrag, den der Geschäftsführer für Feiern mit privaten Freunden und Familienmitgliedern ausgegeben hat.

Das Gericht hat kein Rechtsmittel zugelassen. Das Finanzamt konnte nur eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BFH einlegen und hat diese auch eingelegt.

Deshalb erkennen die Finanzämter die Kosten für eine Geburtstagsfeier zunächst weiterhin bis zur Entscheidung durch den BFH nicht als Werbungskosten an. 

Fundstelle
FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 12.11.2015 6 K 1868/13, Nichtzulassungsbeschwerde, Pressemitteilung des Landesamts für Steuern Rheinland-Pfalz vom 15.12.2015

zur Übersicht