Kosten für den Umbau eines privat genutzten Badezimmers gehören nicht zu den abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer

Haas - Steuernachrichten

Renovierungs- und Umbaukosten, die für einen Raum anfallen, der ausschließlich oder mehr als in nur untergeordnetem Umfang privaten Wohnzwecken dient, erhöhen nicht die abziehbaren Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer. Sie sind auch nicht als allgemeine Gebäudekosten über den Flächenanteil des Arbeitszimmers bei den Betriebsausgaben zu berücksichtigen.

Wer keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung hat, kann die anteiligen Kosten für ein Arbeitszimmer als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten abziehen, allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 1.250 EUR. Bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit sind die Aufwendungen sogar unbegrenzt abziehbar. So steht es in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG. Soweit Kosten das Gebäude insgesamt betreffen (z. B. Gebäude-AfA), ist lediglich der anteilig auf das Arbeitszimmer entfallende Anteil der Gesamtaufwendungen abziehbar. Dieser Anteil wird grundsätzlich nach dem Verhältnis der Fläche des Arbeitszimmer zur Wohnfläche ermittelt.

Im nachfolgenden Streitfall war fraglich, ob die Umbaukosten für das privat genutzte Badezimmer auch anteilig bei den Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer zu berücksichtigen sind. Geklagt hatte ein Steuerberater, der seiner Beratertätigkeit von zu Hause betreibt. Das Arbeitszimmer befand sich in dem zusammen mit seiner Ehefrau gehörenden Einfamilienhaus. Von der Wohnfläche entfallen 8,43 % auf das Arbeitszimmer, das den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen Tätigkeit darstellt. In 2012 wurden das Badezimmer und der davor liegende Flur umfassend umgebaut. Die Aufwendungen für den Umbau des Badezimmers wollte der Steuerberater zumindest entsprechend dem Flächenanteil des häuslichen Arbeitszimmers, also mit 8,43 % der Aufwendungen, als Kosten abziehen. Das FG Münster gab auch zunächst der Klage statt mit der Begründung die Renovierung ginge über eine normale Schönheitsreparatur hinaus und erhöhe somit den Gebäudestandard, sodass die Kosten anteilig zu berücksichtigen seien. Dieser Begründung erteilte der Bundesfinanzhof (BFH) eine Abfuhr. Der BFH urteilte, dass anders als bei z. B. Arbeiten am Dach oder an der Fassade, die durchaus anteilig zu berücksichtigen wären, Arbeiten zur Renovierung oder zum Umbau des Badezimmers nicht das Gebäude selbst, sondern einen bestimmten Raum betreffen, der ausschließlich oder fast ausschließlich privaten Wohnzwecken dient. Ein Abzug der Aufwendungen als Betriebsausgaben kommt daher nicht in Betracht.

Fundstelle

BFH-Urteil, 14.05.2019, VIII R 16/15

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