Können Studiengebühren Schulgelder sein?

Einkommensteuer

Studiert das Kind an einer privaten (Fach-)Hochschule und haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld, bzw. Kinderfreibetrag, sind die Studiengebühren grundsätzlich nicht steuerlich abzugsfähig. Der BFH muss nun entscheiden, ob sie als Schulgeld bei den Sonderausgaben geltend gemacht werden können.

Schulgeld kann nach § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG i.H.v. 30 % der entrichteten Beträge, höchstens 5.000 EUR bei den Sonderausgaben angesetzt werden, wenn ein Anspruch auf Kindergeld, bzw. Kinderfreibetrag besteht und es sich um eine Schule in freier Trägerschaft oder eine überwiegend privat finanzierte Schule in der EU handelt und sie staatlich anerkannt ist. Die Kosten für Beherbergung, Betreuung und Verpflegung sind vom Abzug ausgeschlossen.

Im Streitfall wollten die Kläger die Studiengebühren für ihre Tochter, für die sie Anspruch auf den hälftigen Kinderfreibetrag hatten, als Schulgeld bei den Sonderausgaben ansetzen. Finanzamt und Finanzgericht lehnten dies mit der Begründung ab, dass der Studiengang weder als allgemeinbildender Schulabschluss, noch als Berufsausbildung anzusehen sei. Nach Studienabschluss wird keine Berufsbezeichnung, sondern ein akademischer Grad verliehen. Ferner unterliegen Schulen und Hochschulen unterschiedlichen Gesetzen, so dass eine private Hochschule keine Schule i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG darstellt.

Das FG hat die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen. Beim BFH ist das Verfahren unter dem Aktenzeichen X R 32/15 anhängig.

Halten Sie entsprechende Verfahren mit Verweis auf das anhängige Verfahren offen.    

Fundstelle
FG Münster, Urteil vom 14.08.2015 4 K 1563/15 E

zur Übersicht