Kein Verzicht auf Steuerfreiheit bei Vermietung an Pauschallandwirt

Haas - Steuernachrichten

Die steuerpflichtige Vermietung von Grundstücken ist nur möglich, soweit an einen Unternehmer vermietet wird, der das Gebäude für Ausgangsumsätze nutzt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen. Trifft dies auch auf Landwirte zu, die ihre Umsätze nach Durschnittsätzen versteuern?

Grundsätzlich ist es so, dass die Vermietung von Grundstücken steuerfrei nach dem Umsatzsteuergesetzt erfolgt. Erfolgt die Vermietung an einen Unternehmer, kann auf die Steuerfreiheit verzichten werden, wenn der Mieter selbst Umsätze ausführt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen.

Dies ist eine beliebte Variante, um die Vorsteuerbeträge aus den Baukosten und den laufenden Aufwendungen des Vermieters geltend zu machen.

Dies ist jedoch nicht mehr bei der Vermietung an Landwirte möglich, die ihre Umsätze nach Durchschnittsätzen versteuern. Damit wandte sich der BFH nun gegen ein von der Finanzverwaltung akzeptiertes Gestaltungsmodell.

Die Begründung des BFH:

Die Option zur steuerpflichtigen Vermietung verlangt einen leistungsbezogenen Vorsteuerabzug beim Mieter. Dies ist bei einer Versteuerung nach Durchschnittssätzen nicht der Fall, denn der Landwirt kann den Vorsteuerabzug unabhängig von der jeweiligen Leistung geltend machen.

Praxishinweis:

Nach Angaben des Bundesrechnungshofs wenden über 70 % der Landwirte die Sonderregelung des § 24 Abs. 1 UStG an. Vielleicht ist auch Ihr Mandant von der Änderung betroffen! Denn Vorschaltmodelle für Zwecke des Vorsteuerabzuges kommen jetzt nicht mehr in Betracht.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 01.03.2018 V R 35/17

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