„Inhaberpapier § 807 BGB“ - oder - Geschenkgutschein unterm Weihnachtsbaum

Socken, Bücher, Schmuck oder vielleicht ein Gutschein fürs Theater?

Unterm Weihnachtsbaum fand sich bei Ihnen sicher einiges. Ein inzwischen verbreiteter Trend ist auch das Verschenken von „Erlebnissen“ geworden. Solche Gutscheine für etwa eine Ballonfahrt oder einen Bungeesprung genießt man am besten im Sommer oder, wenn man sich mit dem Gedanken erst anfreunden muss, vielleicht auch erst im übernächsten Sommer. Doch geht das so einfach? Immer wieder rätselt man über seine Rechte bei Gutscheinen.

Rechtlich gelten sie als Inhaberpapiere gem. § 807 BGB.

  • Demnach haben sie grundsätzlich eine Verjährungsfrist von 3 Jahren, welche jedoch nicht ab Ausstellungsdatum des Gutscheins, sondern erst mit Ende des Jahres, in dem der Gutschein ausgestellt wurde, beginnt. 
  • Aussteller können ihre Gutscheine auch individuell befristen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass zu kurze Fristen unwirksam sind, etwa von nur einem Jahr bei Büchern oder Erlebnissen. 
  • Barauszahlung? Ist ein Gutschein auf weniger als 3 Jahre befristet und wird in dieser Zeit nicht eingelöst, so kann der Wert abzüglich einer Entschädigung für den Aussteller bis Ende der 3 Jahre zurückverlangt werden. Vor Ablauf der Gutscheinfrist besteht jedoch kein Recht auf Bar- oder Restbetragauszahlung.

Fundstelle
OLG München, Urteil vom 14.04.2011 29 U 4761/10, OLG München, Urteil vom 17.01.2008 29 U 3193/07

zur Übersicht