IAB und Sonder-AfA: Unterschiedliche Berechnung der betrieblichen Nutzung

Einkommensteuer

Die betriebliche Nutzung im Rahmen der Sonderabschreibung wird wirtschaftsjahresbezogen vorgenommen. Im Rahmen des Investitionsabzugsbetrags erfolgt die Ermittlung der betrieblichen Nutzung hingegen zeitraumbezogen auf die gesamten der Anschaffung folgenden 12 Monate.

Beispiel
Ein Steuerpflichtiger schafft am 01.07.2015 einen Pkw an, für den in früheren Jahren ein Investitionsabzugsbetrag gebildet wurde.

Gemäß vorliegendem Fahrtenbuch wird das Kfz vom 01.07.2015 bis 31.12.2015 zu 88 % betrieblich genutzt. Im folgenden Kalenderjahr vom 01.01. bis 30.06.2016 zu 96 %. In der Summe ergibt sich ein betrieblicher Nutzungsanteil für die der Anschaffung folgenden 12 Monate i.H.v. 92 %.

Nach Ansicht der Landesfinanzdirektion (LFD) Thüringen ist damit die Voraussetzung der mindestens 90 % betrieblichen Nutzung für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags erfüllt.

Für den Ansatz der Sonderabschreibung soll dies allerdings nicht zutreffen: Das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern versagt die Sonderabschreibung, da bereits in einem der beiden Wirtschaftsjahre die Grenze von 10 % privater Nutzung überschritten wird. In diesem Fall geht man von einer wirtschaftsjahresbezogenen Betrachtungsweise aus. Unserem Beispiel folgend lag eine schädliche Verwendung im Zeitraum vom 01.07. bis 31.12.2015 vor.

Hinweis
Die Finanzverwaltung hat die zeitraumbezogene Betrachtungsweise hinsichtlich des Investitionsabzugsbetrags nach bundeseinheitlicher Abstimmung entschieden.

Fundstellen
Verfügungen des FinMin Mecklenburg-Vorpommern vom 03.03.2015 sowie der LFD Thüringen vom 09.02.2015

 

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