Homeoffice – Vermietung an den Arbeitgeber

Haas - Steuernachrichten

Vermietet ein Arbeitnehmer Teile seiner privat genutzten Immobilie an den Arbeitgeber, so stellt sich die Frage, ob Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung vorliegen und ob beispielsweise Renovierungskosten als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt, wer eine Immobilie gegen Entgelt zur Nutzung überlässt und eine Überschusserzielungsabsicht der Einnahmen über die Werbungskosten hat. Die Vermietung von Räumlichkeiten des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber gilt nach Ansicht des BFH als Vermietung einer Gewerbeimmobilie.

Es handelt sich also nicht um Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit, sondern um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, denn das Mietverhältnis erfolgt im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers.

Im entschiedenen Fall verfügte der Arbeitnehmer über keinen gesonderten Arbeitsplatz im Unternehmen seines Arbeitgebers. Das Mietverhältnis war zeitlich an den Arbeitsvertrag des Arbeitgebers gekoppelt und würde daher bei Kündigung des Arbeitsverhältnisses enden.

Während der Dauer des Mietverhältnisses renovierte der Mieter das im Mietvertrag enthaltene und somit angemietete Bad und machte die Kosten in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend.

Das FA wollte diese Renovierungskosten nicht anerkennen. Das FG folgte der Klage nur teilweise.

Der BFH hingegen betrachtete diese Aufwendungen als Werbungskosten unter der Voraussetzung, dass das FG im Nachgang eine positive Überschussprognose feststellt.

Der BFH widerspricht mit seinem Urteil der bisherigen Rechtsauffassung der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 13.12.2005). Bislang galt die Vermietung von Wohnraum an den Arbeitgeber zu dessen betrieblichen Zwecken als auf Dauer angelegt und man ging von einer Einkünfteerzielungsabsicht des Vermieters (Arbeitnehmers) aus. Jetzt wird eine Vermietung zu gewerblichen Zwecken angenommen und eine objektbezogene Prognose der erforderlichen Überschusserzielungsabsicht gefordert.

Fundstelle

BFH-Urteil vom 17.04.2018 – IX R 9/17

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