"Herrenabende" von Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG erfasst?

Haas - Steuernachrichten

Ob Aufwendungen für die Bewirtung und Unterhaltung von Geschäftsfreunden dem Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG unterworfen sind, entscheidet sich allein danach, ob die Veranstaltung ihrer Art und Durchführung nach unüblich ist.

"Herrenabende" als Bewirtung und Unterhaltung von Geschäftsfreunden im Rahmen eines Gartenfestes einer Kanzlei sind nicht per se unüblich. Zur näheren Beurteilung im Einzelfall hat der BGH den Fall deshalb an das Landgericht zurückverwiesen. 

Sind Herrenabende einer Kanzlei für je ca. 23.000 EUR steuerlich abzugsfähig oder greift das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG? Der BGH entschied: Nicht zwingend fallen Betriebsausgaben für die Bewirtung und Unterhaltung von Geschäftsfreunden im Rahmen eines Gartenfestes unter das Abzugsverbot. Das ist nur der Fall, wenn sich aus der Veranstaltung und ihrer Durchführung ergibt, dass die Aufwendungen zwecks einer unangemessenen und überflüssigen Unterhaltung und Repräsentation getätigt werden. Es ist im Zweifelsfall zu beurteilen, ob im Vergleich zu den Regelbeispielen der Norm (Jagd, Fischerei, Yachten) das Event ebenso unüblich erscheint.

Es kommt also darauf an, ob "Herrenabende" sich von gewöhnlichen Gartenfesten abheben. Um dies zu prüfen, hat der BGH die Sache zurück an das Landgericht verwiesen.

Fundstelle
BFH-Urteil vom 13.07.2016 VIII R 26/14

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