Haushaltsnahe Dienstleistung für Hundebetreuung

Haas - Steuernachrichten

Sind die Aufwendungen für die Hundebetreuung in der Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen abzugsfähig?

Im Streitfall wollte ein Ehepaar die Kosten für die Hundebetreuung in einer Tierpension als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen. Das Finanzamt lehnte dieses ab mit der Begründung, dass der räumliche Bezug zum Haushalt fehle. Dagegen reichten die Eheleute Klage ein. Sie waren der Meinung, dass der Begriff des Haushalts nur funktional zu verstehen sei. Der Hund wurde regelmäßig durch den Betreuer abgeholt und am Nachmittag zurückgebracht. Dass der Hund zwischenzeitlich auf dem Betriebsgelände des Betreuers beaufsichtigt wurde, liegt an dessen Arbeitsabläufen und war von den Eheleuten nicht gefordert. 

Grundsätzlich gilt: Die Versorgung und Betreuung eines Haustieres stellt eine haushaltsnahe Dienstleistung dar. Dazu gehören Leistungen wie Füttern, Fellpflege und das ein- bis zweistündige Ausführen des Hundes. Der räumliche Bezug zum Haushalt ergibt sich dadurch, dass ein wesentlicher Teil der Dienstleistung mit der Abholung und dem Zurückbringen räumlich im Haushalt erbracht wurde.

Im Streitfall kann allerdings kein räumlich-funktionaler Zusammenhang zum Haushalt hergestellt werden. Neben Elementen wie Abholen und Zurückbringen wird der Hund auch auf dem Betriebsgelände des Betreuers beaufsichtigt und mit dem Auto herumgefahren. Zudem übersteigt der zeitliche Rahmen die gewöhnliche Zeit des "Gassi-Gehens". Weiterhin ist die erbrachte Leistung nicht mit derer vergleichbar, die Mitglieder des Haushalts erbringen würden. Vielmehr ist eine Vergleichbarkeit zu einer Tagesstätte gegeben.

Fundstelle

Urteil des FG Berlin-Brandenburg, 07.11.2018, K 7101/16

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