Hat Ihr Vermieter (Mandant) eine Photovoltaikanlage auf dem Dach?

Haas - Steuernachrichten

Dann sollten Sie das neue Mieterstromgesetz kennen!

1. Das Mieterstromgesetz ist am 25.07.2017 nach zwischenzeitlicher EU-Genehmigung in Kraft getreten.

Das neue Gesetz regelt, dass Eigentümer (Vermieter) finanziell gefördert werden, wenn sie Solarstrom ohne Nutzung des Stromnetzes direkt an Endverbraucher - die Mieter im jeweiligen Wohngebäude - liefern. Die Höhe des Zuschlags (§ 21 Abs. 3 EEG 2017) ist abhängig von der Größe der Photovoltaikanlage. Aktuell sind folgende Beträge vorgesehen:

Installierte LeistungMieterstromzuschlag
bis 10 kW3,81 Cent je kWh
über 10 kW bis 40 kW3,47 Cent je kWh
über 40 kW bis 100 kW2,21 Cent je kWh

 

Der Zuschlag wird - wie für EEG-vergütungen üblich - fest für die Dauer von 20 Jahren ab Inbetriebnahme gezahlt.

Ein weiterer Vorteil für den Betreiber der Photovoltaikanlage wie auch für den Mieter ist, dass keine Netzentgelte, Konzessionsabgaben, Umlagen und Stromsteuer anfallen. Lediglich die EEG-Umlage wird in voller Höhe fällig.

Der nicht vom Mieter abgenommene Strom wird in das Netz eingespeist und mit der normalen Einspeisevergütung nach dem EEG vergütet.

2. Besondere Voraussetzungen sind:

  • mindestens 40 % der Fläche des Gebäudes müssen zu Wohnzwecken genutzt werden,
  • die Stromnutzung soll innerhalb des Gebäudes oder weiterer Wohngebäude sowie Nebenanlagen erfolgen,
  • der Stromnutzungsvertrag muss bestimmte Regelungen enthalten.

Praktikerhinweis
Auch die Eigentümergemeinschaft kann eine solche Photovoltaikanlage für die "Miteigentümer" betreiben und den Strom an die Miteigentümer/Mieter derselben liefern.

Fundstelle
Mieterstromgesetz vom 17.07.2017, BGBl 2017 I S. 2532, Genehmigung EU-Kommission: BMWi Pressemitteilung vom 20.11.2017

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