Handel mit Telefonkarten umsatzsteuerpflichtig?

Umsatzsteuer

Der Handel mit Telefonkarten (Calling-Karten) stellt eine Vermittlungsleistung für den Einzelhändler dar, wenn unter keinem denkbaren Gesichtspunkt davon ausgegangen werden kann, dass der Händler die Telekommunikationsdienstleistung selbst erbringt.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat einen Fall entschieden, bei dem die Klägerin unter anderem einen Handel mit Telefonkarten betrieb. Sie hat Telefonkarten verschiedener Anbieter an Kunden vor Ort und über das Internet verkauft. Das Finanzamt unterstellte ihr als Eigenhändler aufgetreten zu sein und forderte die Umsatzsteuer aus dem Verkaufspreis ein. Das Finanzgericht stellt aber klar, dass die Klägerin eine Vermittlungsleistung erbracht hat und für umsatzsteuerliche Zwecke nur die Vermittlungsprovision herangezogen werden kann. Entscheidend sei, dass auf der Vielzahl von unterschiedlichen Telefonkarten der jeweilige Provider namentlich genannt sei und die Kunden daher gar nicht auf den Gedanken kommen konnten, dass die Klägerin die Telekommunikationsleistung selbst erbringt.

Die Revision ist beim BFH anhängig. Es bleibt abzuwarten, wie der BFH den Sachverhalt würdigt. Ähnlich gelagerte Fälle sollten verfahrensrechtlich offen gehalten werden.  

Fundstelle
FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 15.01.2015 5 K 5381/13

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