Halbabzugsverbot bei Einnahmen, die unter das Anrechnungsverfahren fallen

Einkommensteuer

Hat ein Steuerpflichtiger aus einer GmbH-Beteiligung nur Einnahmen erzielt, die unter das Anrechnungsverfahren fallen, so sind die Erwerbsaufwendungen (insbesondere Anschaffungskosten) bei der Ermittlung des Auflösungsverlustes in voller Höhe zu berücksichtigen. Das Halb- bzw. Teilabzugsverbot des § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG ist dann nicht anzuwenden.

Hat ein Steuerpflichtiger aus einer GmbH-Beteiligung nur Einnahmen erzielt, die unter das Anrechnungsverfahren fallen, so sind die Erwerbsaufwendungen bei der Ermittlung des Auflösungsverlustes in voller Höhe zu berücksichtigen. Das Halb- bzw. Teilabzugsverbot des § 3c Abs. 2 Satz 1 EStG ist dann nicht anzuwenden.

Der Abzug von Erwerbsaufwand, insbesondere von Anschaffungskosten, ist im Rahmen der Ermittlung von Einkünften aus § 17 Abs. 1 und 4 EStG dann nicht gemäß § 3c Abs. 2 EStG begrenzt, wenn der Steuerpflichtige keinerlei durch seine Beteiligung vermittelten Einnahmen erzielt hat.

Fallen keine Betriebsvermögensmehrungen oder Einnahmen an, kommt eine hälftige/bzw. teilweise Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 40 EStG nicht in Betracht. Folgerichtig sind dann auch die Aufwendungen in voller Höhe zu berücksichtigen, weil die Voraussetzung des § 3c Abs. 2 EStG nicht erfüllt ist.

Ab VZ 2011 ist das Teileinkünfteverfahren uneingeschränkt anzuwenden. Es ist nach dem neuen § 3c Abs. 2 Satz 2 EStG ausreichend, wenn die Absicht besteht Betriebsvermögensmehrungen oder Einnahmen i.S.d. § 3 Nr. 40 EStG zu erzielen.

Fundstelle: BFH-Urteil vom 06.04.2011, IX R 28/10 - DStR 2011 S. 1606

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