Haftungsfälle vermeiden, Honorar optimieren!

Ärzte

Ärzte, Versicherungsvertreter, Vermieter und andere Kleinunternehmer haben eines gemeinsam: Sie geben regelmäßig keine Umsatzsteuererklärung ab! Das ist zwar falsch, wird in den meisten Fällen von den Finanzämtern jedoch nicht beanstandet. Für den Steuerberater ergibt sich dadurch allerdings ein Haftungsrisiko - und nebenbei ein geringeres Honorar!

Die Verpflichtung zur Abgabe einer Umsatzsteuerjahreserklärung besteht für sämtliche Unternehmer, also auch für Kleinunternehmer. Selbst wenn diese keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen müssen, sind sie nicht von der Erklärungspflicht befreit. Die Finanzämter handhaben die Erklärungspflicht bei Kleinunternehmern in den meisten Fällen jedoch großzügig und bestehen nicht auf die Abgabe einer Umsatzsteuererklärung. 

Die "Großzügigkeit" der Finanzämter hat jedoch einen Haken: 

Sollte sich bei einem vermeintlichen Kleinunternehmer nachträglich herausstellen, dass er die Umsatzgrenze von 17.500 EUR regelmäßig überschritten hat, kann das Finanzamt die Umsatzsteuer für weiter zurückliegende Jahre nachfordern. Die Festsetzungsfrist beginnt nämlich in den Fällen, in denen trotz Verpflichtung keine Steuererklärung abgegeben wurde, gem. § 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO erst mit Ablauf des 3. Kalenderjahres, das auf das Jahr der Steuerentstehung folgt (sog. Anlaufhemmung). Gerade für Ärzte besteht insoweit ein Risiko, da hier die Abgrenzung zwischen steuerfreien und den für die 17.500 EUR-Grenze maßgeblichen steuerpflichtigen Umsätzen nicht immer zweifelsfrei möglich ist. Hat der steuerliche Berater für seinen Mandanten keine Umsatzsteuererklärung erstellt bzw. diesen nicht zumindest auf die Erklärungspflicht hingewiesen, kann sich bei Umsatzsteuernachzahlungen, die nur aufgrund der verlängerten Festsetzungsfrist noch möglich sind, ein Haftungsrisiko ergeben. 

Für den Steuerberater heißt es also: Umsatzsteuererklärung auch bei Kleinunternehmern erstellen, Haftungsrisiken vermeiden und damit nebenbei das Honorar steigern! 

Hinweis
Laut einer Meldung auf www.arzt-wirtschaft.de beabsichtigt zumindest die bayerische Steuerverwaltung, die laxe Handhabung hinsichtlich der Abgabe von Umsatzsteuererklärungen bei Ärzten zu beenden und ihre Finanzämter zukünftig zu einer strengeren Handhabung anzuhalten. 

Fundstelle
https://www.arzt-wirtschaft.de/muessen-kuenftig-alle-aerzte-eine-umsatzsteuererklaerung-abgeben/

zur Übersicht