Häusliches Arbeitszimmer: Kosten für Badezimmerrenovierung

Badezimmerrenovierungskosten können anteilig als Kosten des häuslichen Arbeitszimmers angesehen werden. So entschied das Finanzgericht Münster im März mit der Einschränkung, dass die Aufwendungen wesentlich sein und den Wert des gesamten Wohnhauses erhöhen müssen.

Der Kläger, ein Steuerberater, hatte sein Badezimmer aufwendig umgestalten und versetzen müssen, um es behindertengerecht zu gestalten. Damit die Optik im angrenzenden Flur einheitlich blieb, mussten zusätzlich alle Türen ersetzt und der Boden erneuert werden. Insgesamt tätigte er Aufwendungen von 38.000 EUR. 8 % der Wohnfläche machte das Arbeitszimmer des Klägers aus. Entsprechend machte er 8 % der Kosten gem. § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 3 EStG bei den Einkünften aus selbstständiger Arbeit als Betriebsausgaben für das häusliche Arbeitszimmer geltend.

Entgegen der Ansicht des Finanzamts gab das Finanzgericht dem Kläger mit seinem Vorgehen Recht. Die Umbaumaßnahme war so umfassend, dass sie den gesamten Gebäudewert erhöhte, womit auch eine Erhöhung des Entnahmewert einhergeht. Dies ist der Fall, weil das Arbeitszimmer zum Betriebsvermögen des Klägers gehört, weshalb bei einer etwaigen Entnahme des Betriebsvermögens 8 % des nun erhöhten Gebäudewertes als versteuernder Entnahmewert angesetzt werden würden. Deshalb muss, um einen Wertungswiderspruch zu vermeiden, die anteilige Geltendmachung als Betriebsausgaben zulässig sein.

Fundstelle
FG Münster, Urteil vom 18.03.2015 11 K 829/14 E

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