GmbH-Beteiligung als gewillkürtes Betriebsvermögen

Haas - Steuernachrichten

Der Akt der Zuordnung zum gewillkürten Betriebsvermögen ist umstritten.

Hält ein Einzelunternehmer "daneben" auch Anteile an einer GmbH, können diese GmbH-Anteile notwendiges oder gewillkürtes Betriebsvermögen sein.

Hierzu hat das FG Nürnberg entschieden:

Für die Behandlung einer GmbH-Beteiligung eines Einzelunternehmens als gewillkürtes Betriebsvermögen spricht, dass das Unternehmen die GmbH-Beteiligung auch nach einem von einer Bp umfassten Zeitraum in der Bilanz als Betriebsvermögen ausweist.

Der Unternehmer "gehorchte" sozusagen der Meinung der Bp und wies die GmbH-Anteile als Betriebsvermögen aus. Bei einer späteren Schenkung der Anteile wurde ihm das zum Verhängnis, es sollten stille Reserven aufgedeckt werden.

Die Auffassung des FG Nürnberg steht dabei in Widerspruch zur BFH-Meinung.

Zur Frage der Zuordnung zum gewillkürten Betriebsvermögen hatte der BFH jüngst in seinem Urteil vom 10.10.2017, X R 1/16, BStBl 2018 II S. 181, bei einer nach einer Betriebsprüfung bilanzierten hälftigen Doppelgarage ausgeführt:

"Allerdings setzt die Widmung einen klar nach außen in Erscheinung tretenden Willensentschluss des Steuerpflichtigen voraus. Eine von einem Betriebsprüfer vorgenommene Zuordnung zum Betriebsvermögen führt nach der Rechtsprechung des BFH selbst dann nicht zu einer solchen Widmung, wenn der Steuerpflichtige die Auffassung des Prüfers nur deshalb übernommen haben sollte, weil er glaubte, ihr nicht mit Erfolg entgegentreten zu können."

Bezogen auf den hier vorliegenden Fall käme es in einem solchen Fall dann doch auf die Frage der Zuordnung zum notwendigen Betriebsvermögen an, was das FG Nürnberg aber auch bejaht hatte.

Fundstelle
Urteil des FG Nürnberg, 25.07.2017, 1 K 1266/15, Revision eingelegt, Az. des BFH X R 38/17, NWB Dok. ID MAAAG - 79360

zur Übersicht