"Geschenke" an Geschäftspartner können auch Aufmerksamkeiten sein

Einkommensteuer

Aufmerksamkeiten i.S.v. R 19.6 Abs. 1 Satz 2 LStR bis 60 EUR einschließlich Umsatzsteuer sind beim Zuwendenden stets Betriebsausgaben und führen beim Empfänger zu steuerfreien Einnahmen.

Wird einem Geschäftspartner ein Geschenk überreicht und  wird der Wert von 35 EUR überschritten liegt eine nichtabzugsfähige Betriebsausgabe nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 EStG vor. Der Betriebsausgabenabzug ist durch außerbilanzielle Hinzurechnung zu korrigieren.

Erhält der Empfänger das Geschenk im Rahmen einer steuerpflichtigen Einkunftsart, hat er das Geschenk grundsätzlich als Betriebseinnahme zu versteuern.

Um die Besteuerung beim Empfänger zu vermeiden,  kann der Zuwendende eine pauschale Steuer i.H.v. 30 % nach § 37b EStG übernehmen.

Wird das Geschenk an den Geschäftspartner hingegen aus persönlichem Anlass z.B. Hochzeit übergeben, handelt es sich bis zu einem Betrag von 60 EUR um eine "Aufmerksamkeit an Geschäftspartner". In diesem Fall muss keine pauschale Steuer übernommen werden. Diese Geschenke gehören nicht zur Bemessungsgrundlage nach § 37b EStG. Eine Besteuerung auf Seiten des Empfängers scheidet dann ebenfalls aus.

Wichtig ist also die Eingangsfrage?

Erfolgt die Zuwendung aus persönlichem Anlass?

Wenn ja, dann liegt bis 60 EUR eine Betriebsausgabe und steuerfreie Entgegennahme beim Geschäftspartner vor.

Ansonsten handelt es sich i.d.R. um ein Geschenk und die 35 EUR-Grenze ist zu beachten; Ausnahme: betriebliche Verwendung beim Empfänger. Diese Geschenke fallen beim Schenker nicht unter die Abzugsbegrenzung des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG.

Fundstelle
BMF-Schreiben vom 19.05.2015 IV C 6 - S 2297-b/14/10001, BStBl 2015 I S. 468

zur Übersicht