Geschäftsführer ohne Gehalt: Schenkung?

Haas - Steuernachrichten

Arbeitet der Geschäftsführer ohne Gehalt, hätte aber einen Vergütungsanspruch, kann im Verzicht darauf eine Schenkung vorliegen.

Der BFH hat in einem "Sponsoren-Fall" aus dem Bereich des Fußballs entschieden:

"Der Verzicht auf einen Vergütungsanspruch kann eine freigebige Zuwendung sein."

Aus den Erläuterungen des Urteils kann man herauslesen, dass der BFH bei Üblichkeit des Entgelts für eine Dienstleistung einen Vergütungsanspruch ableitet. Wird auf diesen Anspruch verzichtet, kann eine Schenkung vorliegen.

Was bedeutet diese schenkungsteuerliche Grauzone für folgenden Fall?

Eine GmbH & Co. KG, Gesellschafter sind Mann und Frau, und zwar sowohl bei der GmbH als auch der KG, hat nun den Mann als Geschäftsführer. Für seine Tätigkeit (will er) erhält er keine Vergütung. Liegt hier eine Schenkung vor?

Zunächst könnte der Geschäftsführer etwas an die GmbH schenken. Der Verzicht auf den Vergütungsanspruch könnte man als Einlage nach § 7 Abs. 8 ErbStG sehen.

Dann wiederum könnte die GmbH etwas an die KG schenken, denn sie macht ebenfalls keine Vergütung geltend. Hier allerdings wäre wohl eher eine vGA an die GmbH-Gesellschafter gegeben (verhinderte Vermögensmehrung). Dann wiederum könnte der gleiche Vorgang nicht auch noch eine Schenkung sein.

Was meinen Sie? Sollten wir dem Geschäftsführer nicht lieber ein Gehalt zahlen!

Fundstelle

BFH-Urteil vom 30.08.2017 II R 46/15, DStR 2017 S. 2606

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