Fremdüblichkeit von Darlehen trotz fehlender Sicherheiten

Haas - Steuernachrichten

Darlehen unter nahen Angehörigen und ihre Wirksamkeit.

In seinem Urteil zur Abzinsung von Angehörigendarlehen nimmt der BFH (!) auch Stellung zur Anerkennung von Angehörigendarlehen ohne Sicherheiten.

"Darlehen unter nahen Angehörigen, die - wie vorliegend - nach ihrem Anlass wie von einem Fremden gewährt werden, sind trotz fehlender Sicherheiten steuerrechtlich anzuerkennen, wenn das Rechtsgeschäft - wie im Streitfall - von volljährigen und voneinander wirtschaftlich unabhängigen Angehörigen geschlossen und tatsächlich durchgeführt wurde. Schließlich spricht auch die Ertraglosigkeit des Darlehens nicht gegen die Fremdüblichkeit der Darlehensverträge. Zutreffend weist die Vorinstanz in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch unter Fremden und im Verhältnis Gesellschafter/Gesellschaft die Hingabe eines zinslosen Darlehens denkbar und steuerrechtlich zu berücksichtigen ist."

Der BFH stellt sich damit gegen die Auffassung der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 23.12.2010, BStBl 2011 II S. 37.

Praktikerhinweis

Das Urteil kann zur Abwehrberatung herangezogen werden. Für Gestaltungen ist das BMF-Schreiben zu beachten.

Fundstellle

BFH-Urteil vom 13.07.2017 VI R 62/15, DStR 2017 S. 2475

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