Familienheime

Bewertungsgesetz und Erbschaftsteuer

Erbschaftsteuerbefreiung bei Wohnungseigentum.

Ein Alleinerbe erhält keine Erbschaftsteuerbefreiung bezüglich seines Wohnungs-Miteigentumsanteils, wenn er die Wohnung nach dem Erbfall nicht selbst zu eigenen Wohnzwecken nutzt, sondern den vom Vater geerbten Wohnungs-Miteigentumsanteil unentgeltlich an die dort weiterhin lebende Mutter überlässt.

Eine Erbschaftsteuerbefreiung erfordert nach dem Gesetzestext und nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung, dass der Erbe die Wohnung unverzüglich selbst als sog. Familienheim zum Wohnen nutzt und dass sich darin der Mittelpunkt des familiären Lebens befindet, so das Hessische Finanzgericht.

Hierfür ist es nicht ausreichend, dass die klagende Erbin nach dem Tod ihres Vaters nur gelegentlich 2 Räume genutzt und die Wohnung im Übrigen unentgeltlich an ihre Mutter überlassen hat.
Denn die unentgeltliche Überlassung zu Wohnzwecken an ihre Mutter als Angehörige stellt keine Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken der Erbin dar.
Das FG Hessen hat die Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung und zur Fortbildung des Rechts zugelassen (Az des BFH II R 32/15).

Fundstelle
Hessisches FG, Urteil vom 24.03.2015 1 K 118/15

zur Übersicht