Erbfallkostenpauschale ohne Beerdigungskosten

Haas - Steuernachrichten

Ist die Erbfallkostenpauschale abziehbar, ohne dass überhaupt Kosten für eine Beerdigung nachgewiesen worden sind?

Im Rahmen der Erbschaftsteuerfestsetzung beantragte Klara (K) die Berücksichtigung der Erbfallkostenpauschale gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 2 ErbStG i. H. v. 10.300 EUR als Erbin ihrer verstorbenen Tante. Sie gab an, die Beerdigungskosten ihrer Tante sowie weitere Abwicklungskosten hinsichtlich des Nachlasses getragen zu haben. Hierzu reichte sie eine Rechnung des Amtsgerichts über 40 EUR für die Erteilung des Erbscheins und die Testamentseröffnung ein. Die Beerdigungskosten wies sie nicht nach. Das Finanzamt berücksichtigte die Erbfallkostenpauschale nicht. Es könnten allenfalls die nachgewiesenen 40 EUR berücksichtigt werden. Die Klage dagegen hatte Erfolg - die Erbfallkostenpauschale ist zu berücksichtigen, so das Finanzgericht Münster. 

Von der Erbfallkostenpauschale sind neben den Beerdigungskosten auch die unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung und Regelung des Erwerbs entstandenen Kosten umfasst. Voraussetzung ist lediglich, dass dem Erwerber derartige Kosten entstanden sind. Mit der Rechnung des Amtsgerichts hat K entsprechende Kosten nachgewiesen. Dass es sich im Verhältnis zum Pauschbetrag lediglich um geringe Kosten handelt, steht dem Abzug nicht entgegen, denn dies ist von der gesetzlichen Regelung gewollt.

Fundstelle

Urteil des FG Münster, 24.10.2019, 3 K 3549/17 Erb, EFG 202, 391; Rev.: BFH II R 3/20

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