Entfernungspauschale bei den Einkünften aus Vermietung

Einkommensteuer

Bei jährlich 166 bzw. 215 durchgeführten Fahrten eines Vermieters zu 2 Vermietungsobjekten stellen beide Mietobjekte jeweils eine regelmäßige Tätigkeitsstätte dar.

Die Fahrten können im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nur in Höhe der Entfernungspauschale als Werbungskosten abgezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Finanzgericht Berlin-Brandenburg.

Hintergrund
Für Aufwendungen eines Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte kann nur die Entfernungspauschale geltend gemacht werden, § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG in der im Streitjahr 2010 geltenden Fassung. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG gilt nach § 9 Abs. 3 EStG auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung entsprechend.

Sachverhalt
Der Kläger erzielt Einkünfte aus der Vermietung von 3 Wohnungen. In seiner Einkommensteuererklärung 2010 erklärt er Fahrtkosten i.H.v. ca. 7.500 EUR. Der Kläger führt ein Fahrtenbuch, dessen Ordnungsmäßigkeit nicht in Abrede gestellt wird. Das Finanzamt berücksichtigt die Fahrten nur mit der Entfernungspauschale.

Entscheidung des Finanzgerichts

  • Zur Auslegung des Begriffs der regelmäßigen Arbeitsstätte im Fall von Vermietungseinkünften ist der Ort der regelmäßigen Tätigkeitsstätte, i.S.v. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 i.V.m. Abs. 3 EStG, für jedes einzelne Mietobjekt gesondert zu bestimmen. Ein Steuerpflichtiger kann zwar für jedes Vermietungsobjekt nur eine regelmäßige Tätigkeitsstätte haben, bei Vorliegen mehrerer Vermietungsobjekte aber mehrere regelmäßige Tätigkeitsstätten.
  • Eine regelmäßige Tätigkeitsstätte kann nur angenommen werden, wenn sich am Vermietungsobjekt der quantitative und qualitative Mittelpunkt der gesamten auf dieses Objekt bezogenen Tätigkeit des Steuerpflichtigen befindet.
  • Regelmäßige Fahrten zum Vermietungsobjekt sowie die Vornahme umfangreicher Verwaltungs-, Instandhaltungs-, und Überwachungstätigkeiten am Vermietungsobjekt sprechen für eine regelmäßige Arbeitsstätte.
  • Gegen eine Einordnung des Vermietungsobjekts als regelmäßige Tätigkeitsstätte spricht insbesondere, wenn dieses nur gelegentlich aufgesucht wird.
  • Die Entfernungspauschale ist auch bei mehreren Fahrten am selben Tag zum selben Objekt nur einmal zu gewähren.

Fundstelle
FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 11.02.2015 7 K 7084/13, Revision zugelassen

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