Einkünfte aus Kapitalvermögen: Optionsbedingte Verluste berücksichtigungsfähig

Einkommensteuer

Optionsgeschäfte gehören nach herrschender Meinung zu den Termingeschäften. Die Besteuerung der Gewinne ist in § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG geregelt. Die Anschaffung einer Option und der Ausgang des Optionsgeschäfts, müssen als eine Einheit betrachtet werden.

Die Besteuerung von Gewinnen bei "Termingeschäften" ist in § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG geregelt. Hierunter fallen nach herrschender Meinung auch die Optionsgeschäfte.

Der BFH hat in 3 Urteilen vom selben Tag entschieden, dass der Verlust aus dem Verfall von wertlos gewordenen Optionen, die Einkünfte aus Kapitalvermögen mindert.

Das Verfallenlassen einer Option stellt einen Tatbestand des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchstabe a EStG dar. Da keine Einnahmen erzielt werden, entsteht ein Verlust in Höhe der Anschaffungskosten, da diese in einem unmittelbaren sachlichen Zusammenhang mit dem Optionsgeschäft stehen. Sie sind daher bei der Ermittlung des Gewinns bzw. Verlusts gem. § 20 Abs. 4 Satz 5 EStG abzuziehen. Entgegen der bisherigen Rechtsprechung ist nicht mehr zwischen dem Eröffnungs- und dem Basisgeschäft zu trennen, sondern die Anschaffung einer Option und der Ausgang des Optionsgeschäfts müssen grundsätzlich als eine Einheit betrachtet werden. Entscheidend ist, dass der Steuerpflichtige ein Termingeschäft (Optionsgeschäft), mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, abschließt. Ohne zeitliche Beschränkung und in vollem Umfang ist jeder Ausgang des Geschäfts steuerbar. Nach Maßgabe des § 20 Abs. 6 EStG können die Verluste nur innerhalb der Einkunftsart verrechnet werden. Ein "Gewinn" wird auch in den Fällen erzielt, in denen der Steuerpflichtige eine Option verfallen lässt. Von der Regelung des § 20 Abs. 2 EStG ist sowohl eine positive, als auch folgerichtig eine negative Differenz, dann als Verlust, erfasst.

Das Werbungskostenabzugsverbot gem. § 20 Abs. 9 EStG steht dem nicht entgegen, da § 20 Abs. 4 Satz 5 EStG eine Sondervorschrift für die Aufwendungen bei einem Termingeschäft enthält.

Die Urteile sind zur Rechtslage nach Einführung der Abgeltungsteuer ergangen und daher von besonderer Bedeutung.

Der BFH wendet sich mit seinen Urteilen ausdrücklich gegen die Auffassung der Finanzverwaltung. In der Praxis bleibt abzuwarten, wie die Finanzverwaltung darauf reagiert.     

Fundstelle
BFH-Urteile vom 12.01.2016 IX R 48/14, IX R 49/14, IX R 50/14, veröffentlicht am 02.03.2016

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