Eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfen (Darlehen, Bürgschaften, etc.) als nachträgliche Anschaffungskosten?

Haas - Steuernachrichten

Geschichte Gestaltung führt zu nachträglichen Anschaffungskosten auf GmbH-Beteiligung.

Mit seinem Urteil vom 20.07.2018 bestätigt der BFH seine Rechtsprechung:

Mit der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG ist die gesetzliche Grundlage für die bisherige Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachträgliche AK i. R. d. § 17 EStG entfallen.

Und gewährt im zweiten Leitsatz eine Möglichkeit zur Gestaltung:

Aufwendungen des Gesellschafters aus einer Einzahlung in die Kapitalrücklage zur Vermeidung einer Bürgschaftsinanspruchnahme führen zu nachträglichen AK auf seine Beteiligung.

Bei der Einzahlung in die Kapitalrücklage sind zwei "Sonderthemen" stets im Auge zu behalten:

a) Tätigt nur der Gesellschafter, der eine Bürgschaft übernommen hat, eine Einzahlung in die Kapitalrücklage der Gesellschaft, um hierdurch die Inanspruchnahme aus der Bürgschaft zu verhindern, jedoch nicht die anderen Anteilseigner, ist Vorsicht geboten.
In einem solchen Fall wird i. d. R. ein schenkungssteuerpflichtiger Vorgang gem. § 7 Abs. 8 ErbStG vorliegen.

b) Aus insolvenzrechtlichen Gesichtspunkten ist sicher zu stellen, dass der Einzahlende auch tatsächlich von seiner Schuld befreit wird. Nicht, dass er im Falle der Insolvenz zweimal zahlt.

Fundstelle

BFH-Urteile, 20.07.2018, IX R 5/15, IX R 6/15, IX R 7/15, DStR 2018 S. 2470

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