Droht das Aus der Guthabenkarten als Sachbezug für Mitarbeiter?

Haas - Steuernachrichten

Ob es sich bei der Zuwendung an Mitarbeiter um einen Sachbezug oder eine Geldleistung handelt, führt immer wieder zu Diskussionen. Das Jahressteuergesetz 2019 sieht hier ebenfalls eine Verschärfung vor.

Die Frage, ob Zuwendungen an Arbeitnehmer einen Sachbezug oder Barlohn darstellen, ist insbesondere in Bezug auf die 44 EUR-Freigrenze und die Pauschalierung der Einkommensteuer bei Sachbezügen (§ 37b EStG) von entscheidender Bedeutung. In letzter Zeit haben Unternehmen vermehrt auf so genannte Guthabenkarten zurückgegriffen, d. h. Arbeitnehmer erhalten einen elektronischen Gutschein und können aus diversen Anbietern auswählen und dort einkaufen. Hier sieht der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2019 eine Verschärfung vor. Der § 8 Abs. 1 EStG-E soll wie nachstehend ergänzt werden.

§ 8 Abs. 1 Satz 2 und Satz 3 EStG-E:

(1) 2Zu den Einnahmen in Geld gehören auch zweckgebundene Geldleistungen, nachträgliche Kostenerstattungen, Geldsurrogate und andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten sowie die Beiträge oder Zuwendungen, die dazu dienen, einen Arbeitnehmer oder diesem nahestehende Personen für den Fall der Krankheit, des Unfalls, der Invalidität, des Alters, des Todes oder gegen andere Risiken bei einem Dritten mit einem eigenen unmittelbaren Rechtsanspruch abzusichern. 3Satz 2 gilt nicht bei Gutscheinen, die zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen vom Aussteller des Gutscheins berechtigen.

Das bedeutet also, dass die nachträgliche Kostenerstattung von z. B. einem Tankbeleg eines Mitarbeiters definitiv Barlohn darstellt und dass wohl auch den oben genannten Guthabenkarten ein Riegel vorgeschoben wird. Hier werden Waren und Dienstleistungen nicht direkt vom Aussteller des Gutscheins bezogen und stellen somit keinen Sachbezug mehr dar.

Für die Praxis sollten Sie den Mandanten somit erst einmal nicht mehr aktiv zu diesen Guthabenkarten raten und auch Mandanten, die diese bereits im Einsatz haben, sollten auf mögliche kommende Änderungen durch das Jahressteuergesetz 2019 hingewiesen werden.

Fundstelle
Referentenentwurf des BMF zum Jahressteuergesetz 2019, 08.05.2019

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