Diskriminierung im Beruf

„Zur Verstärkung unseres Teams (…) Berufseinsteiger (...) gesucht.“ Solche und ähnliche Formulierungen finden sich in vielen Annoncen. Was sich für die einen als eine günstige Chance zum tatsächlichen Einstieg darstellt, kann für andere schon das Ende vor der Bewerbung sein.

Deshalb ist Vorsicht geboten. Allein schon diese oder eine ähnliche Formulierung kann als altersdiskriminierend gewertet werden und zur Schadensersatzpflicht führen.

Eine Vermutung der Altersdiskriminierung besteht allerdings nicht. Solange andere Tatsachen, wie etwa aktuellere Praxiserfahrungen, die Auswahlentscheidung beeinflussen, ist von einer Diskriminierung nicht auszugehen. 

Auch eine Diskriminierung aus religiöser Sicht ist denkbar. Muss ein bei der Caritas angestellter Mitarbeiter in der „Kirche“ sein?

Ein beim Caritasverband angestellter Sozialpädagoge klagte gegen eine Kündigung, die mit seinem Austritt aus der katholischen Kirche begründet wurde. Nach der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse ist der Austritt des Pädagogen grundsätzlich als schwerwiegender Loyalitätsverstoß zu werten und dem Verband eine Weiterbeschäftigung nicht zuzumuten. Aber nach Abwägung mit der Glaubens- und Gewissensfreiheit des Arbeitnehmers ist die „Diskriminierung“ nach § 9 I, II AGG gerechtfertigt und die Kündigung wirksam.

Fundstelle
LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 09.04.2014 3 Sa 401/13, LAG Düsseldorf 13 Sa 1198/13, BAG-Urteil vom 25.04.2013 2 AZR 579/12

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