Dienstwagen: Vorsteuerabzug bei Ärzten und Versicherungsvertretern?!

Wenn Sie Ärzte, Versicherungsvertreter oder andere Unternehmer, die nur umsatzsteuerfreie Umsätze erbringen betreuen müssen Sie Folgendes wissen.

Überlassen diese Mandanten ihren Angestellten Dienstwagen zur privaten Nutzung liegt ein umsatzsteuerlich steuerbarer und steuerpflichtiger Vorgang vor. Kommt die Kleinunternehmerregelung nicht zur Anwendung - fällt Umsatzsteuer an! Dies führt aber auch zum anteiligen Vorsteuerabzug aus der Anschaffung und den laufenden Betriebskosten des Fahrzeugs.

Maßstab für die erforderliche Vorsteueraufteilung ist das Verhältnis der steuerfreien (z.B. im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit für Hausbesuche) zur steuerpflichtigen Nutzung (Überlassung des Fahrzeugs für die Privatfahrten des Angestellten). Wird ein Fahrtenbuch geführt, ist die Vorsteueraufteilung daher unproblematisch. Beachten Sie dabei aber, dass die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte umsatzsteuerlich zur steuerpflichtigen Pkw-Gestellung zählen und somit den Vorsteuerabzug erhöhen.

Ohne Fahrtenbuch - also bei Besteuerung nach der 1 %-Methode - ist die Aufteilung allerdings knifflig, da Sie das Nutzungsverhältnis mangels Aufzeichnungen nicht ermitteln können. Hier kann aber eine Verfügung der OFD Frankfurt helfen. Nach dieser Vereinfachungsregel können pauschal 80 % der für die Dienstwagenüberlassung anfallenden Umsatzsteuer als Vorsteuer abgezogen werden. Ein weiterer Vorsteuerabzug, z.B. aus der Anschaffung, ist dann jedoch ausgeschlossen.

Für den Mandanten ist „sein Auto“ eine Herzensangelegenheit. Damit Sie dieses Thema im Griff haben, Spezialfälle und Lösungen zur Steueroptimierung kennen, empfehlen wir unser Seminar "Rund ums Auto - Pkw-Besteuerung im EStG/UStG/Kfz-Steuerrecht".

Fundstelle
OFD Frankfurt am Main, Verfügung vom 07.08.2002 S 7300 A - 136 - St I 21

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