Die GmbH braucht Geld - Hingabe eines Darlehens

Haas - Steuernachrichten

Bisher war die Frage: Ist das Darlehen noch werthaltig. Wurde es stehen gelassen oder neu gewährt. Jetzt ist alles neu.

1. Rückblick

Zunächst die gute Nachricht:

Der BFH hat aus Gründen des Vertrauensschutzes eine zeitliche Anwendungsregelung für dieses Urteil getroffen.

Danach sind die bisherigen Grundsätze zur Berücksichtigung von nachträglichen Anschaffungskosten aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen weiter anzuwenden,

  • wenn der Gesellschafter eine eigenkapitalersetzende Finanzierungshilfe bis zum Tag der Veröffentlichung dieses Urteils (27.09.2017) geleistet hat oder
  • wenn eine Finanzierungshilfe des Gesellschafters bis zu diesem Tag eigenkapitalersetzend geworden ist.

2. Ausblick

Zukünftig führen "verbrauchte" Darlehen oder Inanspruchnahmen aus Bürgschaften nicht mehr zu nachträglichen Anschaffungskosten auf seine Beteiligung. Nach Ansicht des BFH ist der Aufhebung des Eigenkapitalersatzrechts durch das MoMiG die gesetzliche Grundlage für die bisherige Rechtsprechung zur Berücksichtigung von Aufwendungen des Gesellschafters aus eigenkapitalersetzenden Finanzierungshilfen als nachträgliche Anschaffungskosten im Rahmen des § 17 EStG entfallen.

3. Was nun?

Einzahlungen in die Kapitalrücklage der GmbH wären denkbar, können aber nicht wieder zurückgezahlt werden (Verwendungsreihenfolge bei der Ausschüttung). Es bleibt letztendlich nur die Stammkapitalerhöhung und spätere Kapitalherabsetzung.

Oder was meinen Sie?

Fundstelle
BFH-Urteil vom 11.07.2017 IX R 36/15

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