Das elektronische Fahrtenbuch und seine Stolperfallen

Haas - Steuernachrichten

Elektronische Fahrtenbücher unterliegen ebenso wie handschriftliche Fahrtenbücher strengen Regelungen. Insbesondere eine nachträgliche Änderbarkeit führt regelmäßig zum Verwerfen des Fahrtenbuchs und Anwendung der 1 %-Regelung.

Mittlerweile gibt es von diversen Anbietern Software zur Führung eines elektronischen Fahrtenbuchs. In einem Urteil des Niedersächsischen Finanzgerichts wurde dieses wieder einmal diskutiert und das Fahrtenbuch verworfen. Es ist zwar Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt worden, es ist aber eher nicht davon auszugehen, dass der BFH in diesem Fall anders entscheiden wird. Doch was waren hier jetzt wieder die Probleme? Leider gab es einige:

  1. Mit dem System konnte nicht überprüft werden, ob ergänzende Daten zum Fahrtenbuch zeitnah erfasst wurden (z. B. private oder betriebliche Fahrt)
  2. Der Kilometerstand stimmte mit einigen Werkstattrechnungen nicht überein (das allein dürfte allerdings kein Grund zum Verwerfen des Fahrtenbuchs sein)
  3. Dienstfahrten, die durch einen privaten Anlass unterbrochen wurden, wurden insgesamt als Dienstfahrt aufgezeichnet
  4. Der Anlass der Dienstfahrten war teilweise ungenau oder auch fehlerhaft

Grundsätzlich ist schon zu sagen, dass ein elektronisches Fahrtenbuch wahrscheinlich in fast allen Fällen besser und genauer ist, als ein handschriftliches. Trotzdem reicht eben die bloße Führung eines Fahrtenbuchs durch ein technisches System, das lediglich die Fahrtwege eines betrieblichen Fahrzeuges erfasst, nicht aus. Neben dem Bewegungsprofil müssen die Fahrtanlässe ebenfalls zeitnah erfasst werden. Eine technische Lösung, die auch im Nachhinein immer noch Änderungen zulässt, wird als elektronisches Fahrtenbuch nicht anerkannt werden.

Fundstelle
Niedersächsisches FG, 23.01.2019, 3 K 107/18, Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt, Az. des BFH VI B 25/19

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