Darlehen mit steigendem Zinssatz passivieren

Bilanzsteuerrecht

Wird ein Darlehen mit jährlich fälligem und steigendem Zinssatz fremdüblich abgeschlossen, ist bei der Passivierung der Durchschnittszinssatz zur Ermittlung der Zinsverbindlichkeit maßgebend. Die Zinsverbindlichkeit ist allerdings abzuzinsen, da sie selbst unverzinslich ist.

Die GmbH als Klägerin erwarb Anteile an der A-GmbH. Der Kaufpreis wurde gestundet und in ein Darlehen mit steigendem Zinssatz umgewandelt. Die Käuferin bildete in Ihrer Bilanz für die Zinsverpflichtung eine Rückstellung unter Zugrundelegung des Durchschnittszinses über die vereinbarte Laufzeit. Das Finanzamt berücksichtigte allerdings nur den Zinssatz für die erste Periode (erstes Jahr), also einen deutlich niedrigeren Zinssatz.

Der BFH hat im Sinne der Klägerin entschieden, da die Zinsverbindlichkeit auf einem Vertrag mit fester Laufzeit und ohne ordentliche Kündigungsmöglichkeit vereinbart wurde. Es handelt sich allerdings um eine Verbindlichkeit, da die Höhe des Erfüllungsrückstandes sicher ist. Die Verbindlichkeit ist zudem abzuzinsen, da die Zinsverbindlichkeit selbst keiner Verzinsung unterliegt. 

Fundstelle
BFH-Urteil vom 25.05.2016 I R 17/15

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