BilRUG - Wahl und Pflicht der zeitlichen Anwendung

Handelsrecht

Vorteile durch frühzeitige Anwendung nutzen.

Das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz hat auch Vorteile!

Der Bundesrat hat am 10.07.2015 dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) zugestimmt, die Veröffentlichung im BGBl erfolgte am 22.07.2015.

Ab 01.01.2016:

Das BilRUG ist für Geschäftsjahre pflichtgemäß anzuwenden, die nach dem 31.12.2015 beginnen.

Ab 01.01.2014:

Für größenabhängige Befreiungen nach §§ 267 ff. HGB besteht ein Wahlrecht, das Gesetz bereits für die Abschlüsse anzuwenden, die nach dem 31.12.2013 beginnen.

Bei Geschäftsjahren, die mit dem Kalenderjahr übereinstimmen, können für die Einstufung der Kapitalgesellschaft zum 31.12.2014 in die entsprechende Größenklasse somit die erhöhten Schwellenwerte auch bereits auf die vorangegangenen Abschlussstichtage und damit auf den 31.12.2012 und 31.12.2013 zugrunde gelegt werden.

Die erhöhten Schwellenwerte lauten:

TypBilanzsummeUmsatzerlöse
Kleine Ges.   bis 6 Mio. (bisher: 4,84 Mio.)bis 12 Mio. (bisher: 9,68 Mio.)
Mittelgr.bis 20 Mio. (bisher: 19,25 Mio.)bis 40 Mio. (bisher: 38,5 Mio.)
Großeüber 20 Mio. (bisher: 19,25 Mio.)über 40 Mio. (bisher: 38,5 Mio.)

Durch bilanzpolitische Maßnahmen können kleine Gesellschaften, die die Größenmerkmale zu überschreiten drohen, eventuell die weiterhin kleine Größenklasse beibehalten. Mittelgroße Gesellschaften können unter Umständen eine Rückstufung erreichen.

Gestaltungshinweis zur Minimierung der Bilanzsumme.

Mögliche Maßnahmen können sein:

  • Vornahme von Gewinnausschüttungen
  • Verzicht auf den Ansatz aktiver latenter Steuern, bzw. Saldierung mit den passiven latenten Steuern
  • Verzicht auf Ausübung von weiteren Ansatzwahlrechten wie z.B. Disagio, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände
  • Kürzung erhaltender Anzahlungen bei den unfertigen Erzeugnissen
  • Kürzung der Anschaffungskosten bei Investitionszuschüssen, etc.

Aber auch während des laufenden Geschäftsjahres sind gestalterische Maßnahmen im Hinblick auf eine niedrigere Bilanzsumme denkbar:

  • Reduzierung von Forderungen durch kürzere Zahlungsziele
  • Bezahlung von Lieferantenverbindlichkeiten, bzw. Vornahme von Sondertilgungen
  • Vermeidung neuer Verbindlichkeiten durch Abschluss von Leasingverträgen, Verlagerung von nicht zwingend benötigten Anschaffungen in das nächste Geschäftsjahr, etc.

Fundstelle
HGB, BilRUG im BGBl

zur Übersicht