Bilanzierung von Steuernachzahlungen, bzw. -erstattungen samt Zinsen

Ertragsteuerrecht

Wann gehören Steuererstattungsansprüche und -nachforderungen in die Bilanz?

In einer aktuellen Verfügung hat sich das Bayerische Landesamt für Steuern zu dem korrekten Zeitpunkt der Bilanzierung von Steuererstattungsansprüchen und Steuernachforderungen nebst Zinsen geäußert und anhand von Beispielen veranschaulicht.

Danach sind Steuererstattungen sowie Erstattungszinsen in dem Zeitpunkt zu aktivieren, in dem der Anspruch entstanden und hinreichend sicher ist.

Ist der Steuererstattungsanspruch aufgrund eines Einspruchsverfahrens beispielsweise als noch nicht hinreichend sicher anzusehen, so erfolgt die Aktivierung erst nach Bekanntgabe der positiven Einspruchsentscheidung mittels Steuerbescheid.

Die Aktivierung hat schon zu einem früheren Zeitpunkt zu erfolgen, wenn die Rechtsfrage höchstrichterlich entschieden ist und das Urteil im BStBl veröffentlicht ist und der Steuerbescheid noch geändert werden kann.

Steuernachzahlungen und Nachforderungszinsen hingegen sind grundsätzlich im Entstehungsjahr als Rückstellung zu passivieren. Nachzahlungszinsen entstehen  jedoch erst ab Beginn des Zinslaufs - 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres in dem die Steuer entstanden ist.

Treffen im Rahmen eines Rechtsbehelfsverfahrens zu einem Sachverhalt Steuererstattungsansprüche und Steuernachforderungn in verschiedenen Veranlagungszeiträumen zusammen gelten andere Regeln.

Im Ergebnis ist die Forderung immer in voller Höhe zu aktivieren während die Rückstellung erst dann in voller Höhe zu passivieren ist, wenn auch die Forderung zu aktivieren ist.

Fundstelle
Bayerisches Landesamt für Steuern vom 10.03.2015 S 2133.1.1-7/5 St31

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